i# taz.de -- Theaterkonferenz „Burning Issues“: Moderierte Revolution taz.de 70 i taz.de 70 i> Die Konferenz „Burning Issues“ begleitet das Theatertreffen in Berlin. taz.de 70 i> Vorgestellt wurden Alternativen zu veralteten Machtstrukturen an taz.de 70 i> Theatern. taz.de 70 i taz.de 70 IBild: Nicola Bramkamp hat die Konferenz „Burning Issues“ 2018 in Bonn ins Leben gerufen /picture/5557688/948/08_tt22_p_burning_issues_adk_c_piero_chiussi_berliner_festspiele-1.jpg taz.de 70 i taz.de 70 i„Bullshit“, ruft eine Zuschauerin. Torsten Wöhlert (Die Linke), Berliner taz.de 70 iKulturstaatssekretär, versucht gerade zu rechtfertigen, dass Intendanzen an taz.de 70 iTheatern nur selten ausgeschrieben werden. Das sei wie an Universitäten, taz.de 70 iviele gute Professor:innen würden sich nicht bewerben, sie wollten taz.de 70 igefragt werden. Diese Erklärung kommt beim Publikum nicht gut an. taz.de 70 i taz.de 70 iKein Wunder, denn transparente Besetzungsverfahren sind eine von vielen taz.de 70 iForderungen, die im Rahmen der Konferenz „Burning Issues“ am vergangenen taz.de 70 iWochenende erhoben wurden. Schon zum vierten Mal fand die [1][Konferenz für taz.de 70 iGeschlechtergerechtigkeit, Inklusion und Diversität in der taz.de 70 iTheaterlandschaft statt], dieses Jahr im Rahmen des Theatertreffens und in taz.de 70 iKooperation mit der Akademie der Künste. In Workshops, Vorträgen und taz.de 70 iDiskussionsrunden stellten Theatermacher:innen zwei Tage lang Probleme taz.de 70 iund Lösungsansätze für eine gerechtere, inklusivere und diversere taz.de 70 iTheaterlandschaft vor. taz.de 70 i taz.de 70 iIm Fokus standen dabei Best beziehungsweise Better-Practice-Beispiele, von taz.de 70 idenen es einige gibt. Schauspielerin [2][Alrun Hofert und Sonja Anders, taz.de 70 iIntendantin am Schauspiel Hannover,] berichteten von ihren Bemühungen, taz.de 70 iunter anderem mithilfe von antirassistischen Trainings und taz.de 70 iSensibilisierungsworkshops ein möglichst diskriminierungsfreies Theater zu taz.de 70 ischaffen. Das brauche Zeit, koste viel Mühe und sei nicht immer gleich taz.de 70 ierfolgreich. taz.de 70 i taz.de 70 i## Arbeit an Strukturen braucht Zeit taz.de 70 i taz.de 70 iAuch Ella Steinmann, Diversitätsagentin am Theater Oberhausen, kann taz.de 70 ibezeugen, dass diese Prozesse zeitintensiv sind. Auch wenn der Abbau von taz.de 70 iBarrieren den künstlerischen Prozess nicht einschränke, sondern expliziter taz.de 70 iTeil davon sei, wie Alrun Hofert betont, bleibt die Frage, woher die taz.de 70 izusätzlichen Ressourcen kommen sollen, um die gewünschten Prozesse taz.de 70 ianzutreiben. taz.de 70 i taz.de 70 iIn einer Branche, die auf Selbstausbeutung im Namen der Kunst basiert, kann taz.de 70 idaraus schnell Selbstausbeutung im Namen der Diversität werden. Besonders taz.de 70 ivon Angehörigen von Minderheiten wird oft genug erwartet, dass sie taz.de 70 izusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgaben auch noch nebenbei ihre Häuser taz.de 70 ireformieren. Eine einfache und doch radikale Lösung für das taz.de 70 iRessourcenproblem wäre: weniger produzieren. taz.de 70 i taz.de 70 iDas [3][Theater Basel, dessen Schauspielsparte seit 2020 von einer taz.de 70 iViererspitze] aus Schauspieler:innen, Regisseur:innen und taz.de 70 iDramaturg:innen geleitet wird, führt bewusst weniger Inszenierungen taz.de 70 ipro Spielzeit auf. Damit werden nicht nur längere Probenprozesse taz.de 70 iermöglicht, sondern auch die zur Selbstorganisation notwendigen Räume taz.de 70 igeschaffen, so Jörg Pohl, Mitglied des Basler Leitungsteams. taz.de 70 i taz.de 70 i## Gagengerechtigkeit und Mitsprache taz.de 70 i taz.de 70 iEr berichtet außerdem von Gagen, die nach Alter statt nach taz.de 70 iVerhandlungsgeschick ausgezahlt werden. Auch an der Spielplanerstellung ist taz.de 70 idas Ensemble in Basel beteiligt – zumindest mehr, als an Häusern sonst taz.de 70 iüblich, wo Schauspieler:innen selten mitreden können, wenn es darum taz.de 70 igeht, welche Stücke von wem aufgeführt werden. taz.de 70 i taz.de 70 iAber kommt die Veränderung denn im Probenalltag an? Auch dafür bietet taz.de 70 i„Burning Issues“ ganz konkrete Vorschläge an. Regisseurin Magz Barrawasser taz.de 70 istellt etwa in einem Workshop Werkzeuge vor, um intime Szenen für alle taz.de 70 iBeteiligten angenehmer zu gestalten. Was in der Filmbranche bereits taz.de 70 igeläufiger ist, ist am Theater noch selten: [4][intimitätssensibles taz.de 70 iArbeiten]. Gerade weil Körperlichkeit ein essenzieller Bestandteil des taz.de 70 iBerufs ist und im Spiel Grenzen ausgelotet werden, sind klare Absprachen taz.de 70 iwichtig. taz.de 70 i taz.de 70 iWas dabei als intim gilt, ist vom Kontext abhängig. Indem Kuss- oder taz.de 70 iSexszenen vorab angekündigt, durchgesprochen und schließlich genauestens taz.de 70 idurchchoreografiert werden, können Übergriffe verhindert werden. Auch hier taz.de 70 igilt der Ansatz: Mehr Struktur schränkt die künstlerische Freiheit nicht taz.de 70 iein. Im Gegenteil können Schauspieler:innen, die wissen, was sie dürfen, taz.de 70 isich in diesem klar abgesteckten Rahmen besser entfalten, so Barrawasser. taz.de 70 i taz.de 70 i## Wie kann Veränderung nachhaltig sein? taz.de 70 i taz.de 70 iEs tut sich also etwas in der deutschsprachigen Theaterlandschaft. Bleibt taz.de 70 inoch die Frage, wie diese Veränderungen nachhaltig sein können. Sie wird im taz.de 70 iLaufe der Konferenz immer wieder gestellt und reflektiert eine Entwicklung taz.de 70 iin der Debatte. Dass es nicht reicht, Machtpositionen mit Frauen zu taz.de 70 ibesetzen, ist mittlerweile bekannt. Wenn nur die Leitung ausgetauscht wird, taz.de 70 idie Strukturen aber bestehen bleiben, ändern sich die Probleme nicht, taz.de 70 ierklärt auch Sandrine Micossé-Aikins, Leiterin des Berliner Projektbüros taz.de 70 ifür Diversitätsentwicklung. taz.de 70 i taz.de 70 iEs brauche also neue Organisationsstrukturen in den Häusern. Damit die auch taz.de 70 ifunktionierten, müssten außerdem neue Formate und Kommunikationswege taz.de 70 ientwickelt werden, so Nicola Bramkamp, Initiatorin von „Burning Issues“. Es taz.de 70 ibringe schließlich nichts, wenn alle ständig zusammenkämen und taz.de 70 imonologisierten. Wie jedes Meeting muss halt auch die Revolution moderiert taz.de 70 iwerden. taz.de 70 i taz.de 70 i13 May 2022 taz.de 70 i taz.de 70 i## LINKS taz.de 70 i taz.de 70 1[1] /Archiv-Suche/!5593442&s=Burning+Issues+Theatertreffen&SuchRahmen=Print/ /Archiv-Suche/!5593442&s=Burning+Issues+Theatertreffen&SuchRahmen=Print/ taz.de 70 1[2] /Festival-Radikal-jung-in-Muenchen/!5589585 /Festival-Radikal-jung-in-Muenchen/!5589585 taz.de 70 1[3] /Alternative-Leitungsmodelle-am-Theater/!5760969 /Alternative-Leitungsmodelle-am-Theater/!5760969 taz.de 70 1[4] /Sexszenen-am-Filmset/!5790805 /Sexszenen-am-Filmset/!5790805 taz.de 70 i taz.de 70 i## AUTOREN taz.de 70 i taz.de 70 1Matthieu Praun /!a99596 taz.de 70 i taz.de 70 i## TAGS taz.de 70 i taz.de 70 1Theater /!t5007528 taz.de 70 1Theatertreffen Berlin /!t5009883 taz.de 70 1Arbeitsbedingungen /!t5010412 taz.de 70 1Diversität /!t5354475 taz.de 70 1Inklusion /!t5008541 taz.de 70 1Theatertreffen Berlin /!t5009883 taz.de 70 1taz.gazete /!t5397406 taz.de 70 1Theater /!t5007528 taz.de 70 1Theater /!t5007528 taz.de 70 1Theater /!t5007528 taz.de 70 1Schwerpunkt #metoo /!t5455381 taz.de 70 1Theatertreffen Berlin /!t5009883 taz.de 70 1Theater /!t5007528 taz.de 70 i taz.de 70 i## ARTIKEL ZUM THEMA taz.de 70 i taz.de 70 1Frauenquote beim Theatertreffen: Anleitung zum Perspektivwechsel /!5930049 taz.de 70 i taz.de 70 iVor vier Jahren führte das Theatertreffen in Berlin eine Frauenquote ein. taz.de 70 iPünktlich zum Festivalstart wird in einem Buch Bilanz gezogen. taz.de 70 i taz.de 70 1Schauspielerin über freiberufliches Arbeiten: „Fehler machen dürfen!“ /!5862505 taz.de 70 i taz.de 70 iStreiten und Meinungen aushalten, davon lebt auch das Theater. 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