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       > Das Auswanderer-Museum auf der Veddel ist bald fertig. Besucher, nicht
       > zuletzt die aus Übersee, sollen hier die Stationen der Emigration
       > nacherleben können. Auch Ahnenforschung wird angeboten
       
       VON GERNOT KNÖDLER
       
       Das Pferd ist lebensgroß, sein Fell wirkt fast echt. Aber wenn es mit dem
       Kopf wackelt, wirft der Hals Falten, als sei er aus Leinwand. Der
       elektrische Gaul soll dazu beitragen, die Szenerien im künftigen
       Auswanderer-Museum „Ballin-Stadt“ auf der Veddel lebensecht zu machen.
       Schließlich sollen die Besucher die wichtigsten Stationen einer Emigration
       nacherleben können und die Träume, Sorgen und Hoffnungen der Auswanderer
       erfahren. „Uns ist wichtig, dass sich die Besucher an jeder Stelle
       überlegen: Hätte ich genauso entschieden?“, sagt Geschäftsführer Jens
       Nitschke.
       
       Mit dem Museum versucht der Senat, Hamburg für Touristen aus Übersee
       interessant zu machen und damit die Bekanntheit der Stadt in aller Welt zu
       steigern. Einen ersten Schritt hierzu hat er bereits zu Zeiten von Rot-Grün
       mit Gründung der Website LinkToYourRoots getan, in die das Staatsarchiv die
       Hamburger Auswandererlisten einpflegte. Das Angebot ist jetzt in
       [1][ancestry.de] aufgegangen, einem Kooperationspartner des Museums, dessen
       Internet-Präsenz auch die Volkszählungslisten der USA enthält.
       
       Das Besondere am Hamburger Museum sei, dass es, anders als das
       preisgekrönte Auswanderer-Museum in Bremerhaven, am historischen Ort
       eingerichtet wurde, sagt Nitschke. Am Veddeler Bogen, schräg gegenüber der
       S-Bahnstation Veddel, ließ der Generaldirektor der Hapag, Albert Ballin,
       einst eine Unterkunft für die Auswanderer bauen, die er mit den Schiffen
       seiner Reederei nach Amerika brachte. Zwischen 1898 und 1907 entstanden
       sechs u-förmige Backstein-Hallen im verspielten Stil der Zeit. Drei von
       ihnen sind einigermaßen originalgetreu wieder aufgebaut worden. Die drei
       Übrigen werden im Grundriss durch Birken nachgebildet und sollen den
       Bewohnern der benachbarten Veddel als Park dienen.
       
       Eine der drei Hallen wird ein Familienforschungszentrum beherbergen.
       Privatleute können dort die Datenbanken von [2][ancestry.de] kostenlos
       nutzen. „Wir möchten die Familienforschung populärer machen“, sagt
       Nitschke. In den Datenbanken würden nicht nur Angehörige von
       Auswanderer-Familien fündig. Eine weitere Halle wird ausgestattet wie in
       historischer Zeit, aber nicht komplett, sonst würden hier im wesentlichen
       Betten stehen. Die Ausstellungsmacher der Hamburger Firma „Leisure Work
       Group“ wollen hier zudem Speisesäle zeigen und die Unterkünfte für
       Betuchte.
       
       In der mittleren Halle befindet sich die Haupt-Ausstellung. In sechs
       szenisch aufbereiteten Themenbereichen vollziehen die Besucher den Weg der
       Emigranten von den Dörfern Osteuropas in den mittleren Westen der USA nach:
       ihren schweren Entschluss, den Aufenthalt im Auswandererhafen, die
       Fremdheit in der neuen Welt. Als sprechende Puppe wird der Reeder Ballin
       erläutern, warum er die Auswandererstadt bauen ließ. Ein 2,50 Meter großes
       Buch zeigt auf Wunsch die Reiserouten. Fürs großstädtische Zeitkolorit
       sorgen nachgemachte Ziegelwände, von denen der Putz blättert. Historische
       Filme runden den Besuch ab.
       
       15 May 2007
       
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