# taz.de -- Pavillon am Milchhof: Versunken in Raum-Zeit-Falten: Astrid Buschs strömende Bildinstallation
(IMG) Bild: Astrid Busch, „la mer, le vent, la pluie“, 2019, Digitaldruck auf Tapete, 300 x 830 cm
Selten schöpft die Kunst die Potenziale der Fotografie derart tiefschürfend
aus: Astrid Busch zeigt mit „la mer, le vent, la pluie“ im [1][Pavillon am
Milchhof] eine Einzelausstellung, in deren Angesicht sich die Wahrnehmung
von Zeit und Raum überschlägt. Dieser Überschlag ist wörtlich zu nehmen,
denn die Fotoarbeit, die hier zu sehen ist, schmiegt sich als Wandtapete
nicht nur in die architektonischen Winkel des Pavillons, sondern streckt
uns gigantische, Wellen schlagende Schichten entgegen, die sich in- und
übereinander falten – so wie es Stellen in der Raumzeit tun, die instabil
geworden sind und den Weg für Raum-Zeit-Sprünge ebnen. In Buschs
Bildsprache ist solch ein Sci-Fi-Weltraum eng mit irdischen Vorkommnissen
verbunden bzw. wächst aus ihnen heraus. So ziehen rostorangene Algen über
die Wand, die womöglich Buschs Recherche zum Thema Meer in der
Französischen Hafenstadt Le Havre entstammen. Oder genauer zu „Meer, Wind
und Regen“, der stürmischen Tiefsee also, wie uns der Titel dieser
großartigen Gesamtinstallation spekulieren lässt. In ihrem Arbeitsprozess
sammelt die Künstlerin Motive mit ihrer Kamera sowie in analogen und
digitalen Archiven. Ihr Material verdichtet sie zu räumlichen
Bildarrangements, aus denen schließlich unter komplexen Lichtverhältnissen
Fotografien entstehen. Im Pavillon expandiert dieser Bildraum in eine
Videoprojektion hinein. Abends ereignet sich außerdem eine dritte Schicht
aus Spiegelungen, wenn sie die Wandtapete im Glas ins Unendliche fortsetzt.
nym
24 Oct 2019
## LINKS
(DIR) [1] http://milchhofpavillon.de/
## AUTOREN
(DIR) Noemi Molitor
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