# taz.de -- Unterbrochenes Leben
> ■ Die Autobiographie der schwarzen Militanten Assata Shakur
Eine Autobiographie ist eine Autobiographie. Sie ist kein Bericht, keine
wissenschaftliche Arbeit, ist kein politisches Pamphlet, kein minutiöses
Protokoll und auch kein Roman. Sie erhebt nicht den Anspruch auf große
Literatur und auch nicht den, bis ins Kleinste vorurteilsfrei und objektiv
zu berichten. Eine Autobiographie hat die Möglichkeit, von all diesen
Textsorten zu schöpfen und sie in einer persönlich getönten Form zu einem
lockeren Stück spannenden Lesestoffes zu verbinden.
„Assata“, ist die Autobiographie von Assata Shakur, Aktivistin der Black
Liberation Army, die aufgrund jurisstisch umstrittener Vorwürfe von 1973
bis zu ihrer Flucht nach Kuba 1978, medizinisch unzureichend betreut in
Isolationshaft festgehalten wurde. „Assata“ ist ihre persönliche Geschichte
ihrer Haft, der verschiedenen Schikanen, mit denen die Vernehmungsbehörden
versuchten, sie zum Reden zu bringen. Ihre Version
hier bitte
die junge Frau
der unfairen Verfahren und der rassistischen Vorverurteilungen, die nach
mehreren erfolglosen Anklagen schließlich doch zu einem Urteil gegen sie
geführt haben. „Assata“ ist auch die Lebenserzählung einer jungen,
schwarzen Frau, deren Leben mit 26 unterbrochen wurde.
In ihrer plastischen Sprache erzählt Assata Shakur, schreibt in Szenen und
Dialogen. Kapitelweise wechselt sie von den düsteren Stationen ihrer
Haftgeschichte zum quirligen Fluß ihrer Lebensprosa, rekapituliert die
Entwicklung vom Gör, das von der Oma den Stolz eingeredet bekommt, über den
quirligen Teen, die für den weißen Elvis schwärmt bis zu dem Punkt, wo sie
sich auf die geheime Black Liberation Army einläßt. Auf ihre Weise ist
„Assata“ ein lehrreiches Buch, das aus der Spannung zwischen der trotz
allem lebensfrohen Jugend und der Düsternis der Gefängnisse lebt. step
10 Jan 1991
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(DIR) step
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