# taz.de -- Umweltverband wird doch nicht aufgelöst
> Ecuador Umweltministerium hält „Acción Ecológica“ nicht für gewalttätig
> und lehnt Antrag ab
BUENOS AIRES taz | In Ecuador ist die drohende Auflösung der
regierungskritischen Umweltschutzorganisation Acción Ecológica vom Tisch.
„Ein direkter Aufruf zur Gewalt“ konnte nicht nachgewiesen werden, sagte
Umweltminister Walter García. Gegen diese Entscheidung kann Berufung
eingelegt werden, so der Umweltminister.
Das Innenministerium hatte am 20. Dezember beim Umweltministerium die
Auflösung der Organisation beantragt [1][(taz berichtete)]. Acción
Ecológica unterstütze „gewaltsame Situationen“, so der Vorwurf. Die seit 30
Jahren aktive Organisation ist eine der führenden Umweltschutzgruppen
Ecuadors. Sie prangert Umweltschäden und deren Auswirkung auf die
ecuadorianische Gesellschaft an. Unter anderem verfolgte sie in der
Yasuní-Initiative das Ziel, weltweit Geld für einen Ausgleichsbeitrag
einzusammeln, damit die Ölreserven im gleichnamigen Nationalpark nicht
ausgebeutet werden müssten – was aber ohne Erfolg blieb.
Das Vorgehen der ecuadorianischen Regierung hatte weltweit Proteste
ausgelöst. Acción Ecológica selbst wandte sich um Unterstützung an die
Vereinten Nationen „Wir möchten uns für die Tausende von Briefe und
Zuschriften bedanken, die wir aus jeden Winkel der Welt bekommen haben,“
schrieb die Organisation auf ihrer Internetseite. Es sei für viele ein
unerwarteter Ausgang des Verfahrens gewesen, dass die Regierung die
beabsichtigte Auflösung stoppen musste. Zugleich prangerte sie das
aggressive Vorgehen gegen die Natur an, vor allem durch die chinesischen
Firmen.
Correa setzt stark auf die Ausbeutung der Rohstoffe im Land und hat während
seiner drei Amtszeiten seit 2007 zahlreiche Verträge mit chinesischen
Firmen abgeschlossen. Zugleich geht er hart gegen Kritiker vor. Regierung
und Präsident dürften jedoch vom weltweiten Protest überrascht gewesen
sein.
Am 19. Februar steht die Präsidentschaftswahl an. Zwar tritt Correa diesmal
nicht an, aber um den Sieg seines auserkorenen Nachfolgers und langjährigen
ehemaligen Vizepräsidenten Lenín Moreno nicht zu gefährden, schaltet er im
Streit mit der Umweltorganisation vorübergehend einige Gänge zurück.
Jürgen Vogt
16 Jan 2017
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