# taz.de -- „Timmy“ soll nun doch gerettet werden
> Per Luftkissen könnte der bei Wismar gestrandete Buckelwal in den
> Atlantik gebracht werden. Umweltminister gibt „Go“
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat einen neuen
privaten Rettungsversuch für den vor der Insel Poel bei Wismar
festliegenden Buckelwal erlaubt. Die zuständigen Behörden hätten ein von
einer Initiative um einen Unternehmer und eine Unternehmerin vorgelegtes
Konzept geprüft und abgesegnet, sagte Backhaus am Mittwoch in Schwerin.
Vorgesehen ist demnach eine schonende Walrettung mit Luftkissen und
Pontons, um den Wal in die Nordsee oder bis in den Atlantik zu bringen.
Ein erster Tauchgang zum Wal, um Kontakt zum Tier aufzunehmen und es zu
beruhigen, sollte bereits am Mittwochnachmittag stattfinden. Der
eigentliche Transport soll am Freitag erfolgen, wenn alle Vorbereitungen
erfolgreich verlaufen, so Backhaus.
Die Verantwortung für das Projekt liege ausschließlich bei der privaten
Initiative, betonte Backhaus. Die Behörden würden es aber begleiten und auf
die Einhaltung tierschutz- und umweltschutzrechtlicher Vorgaben achten. Das
Tier sei nach wochenlangem Aufenthalt und vier Strandungen in der Ostsee
weiter „in schwierigem Zustand“ und nach allen bekannten Informationen
„sicher schwer krank“. Er habe aber immer gesagt, dass nach allen gangbaren
„Lösungen im Sinn des Tiers“ gesucht werden solle.
Der Buckelwal war mehrere Wochen durch die Ostsee außerhalb seines
angestammten Lebensraums geirrt und liegt inzwischen seit rund zwei Wochen
vor der Insel Poel vor der mecklenburg-vorpommerschen Küste. Überlegungen,
den Wal noch lebend zu bergen und in die Nordsee zu bringen, schlossen
Experten zusammen mit Backhaus vor einigen Tagen eigentlich endgültig aus.
Sie sahen keine realistischen Erfolgschancen dafür.
Das vorgeschlagene System aus Luftkissen und Pontons stelle aber einen
neuen Ansatz dar, so der Minister. Das Konzept sei von Experten auf
Behördenseite umfassend auf technische, veterinärmedizinische und
tierschutzrechtliche Aspekte geprüft und nach einigen Nachbesserungen
akzeptiert worden. Es sei mit den Vorschriften des
Bundesnaturschutzgesetzes vereinbar und sei „eine Chance“. (afp, taz)
16 Apr 2026
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