# taz.de -- Schwedens Rechtsaußen-Partei: Außen neu, innen braun
       
       > Die Rechtspartei "Schwedendemokraten" hat versucht, ihr Image
       > aufzupolieren. Und hofft so auf künftige Wahlerfolge - in Zusammenarbeit
       > mit Konservativen und Liberalen.
       
 (IMG) Bild: "Bewahrt Schweden schwedisch" - ein Motto, das die "Schwedendemokraten" gern vergessen machen würden. Und doch so meinen
       
       STOCKHOLM taz "Wisst ihr," heißt es auf Treffen der Rechtspartei
       "Schwedendemokraten", "wisst ihr, dass ein Einwanderer, der aus Afrika nach
       Schweden kommt, manchmal bis zu 2.000 Parasiten im Körper hat? Hunde haben
       nicht so viele. Und die müssen wegen 1.000 Parasiten in Quarantäne." Die
       "Sverigedemokraterna" haben gute Aussichten, im Juni ins Europaparlament
       einzuziehen und bei den nächsten schwedischen Parlamentswahlen 2010 die
       Sperrklausel zu überspringen, die sie 2006 nur um einen Prozentpunkt
       verpasst haben.
       
       In der Hälfte der Kommunalvertretungen des Landes ist die 1988 gegründete
       Partei schon vertreten. Seit sie versucht, ihr früheres rassistisches und
       fremdenfeindliches Image loszuwerden, ist sie für immer mehr SchwedInnen
       wählbar geworden. Auch ihre Wurzeln in der braunen Organisation "Bewahrt
       Schweden schwedisch" ("Bevara Sverige Svenskt") möchten die
       Schwedendemokraten gern vergessen machen.
       
       Doch die Wirklichkeit, die drei JournalistInnen des Rundfunkprogramms
       "Kaliber" des öffentlich-rechtlichen Sveriges Radio bei Parteitreffen
       vorfanden, passt nicht zum Saubermannimage. Die ReporterInnen hatten sich
       als vermeintliche neue Mitglieder in die Parteiorganisationen in Stockholm,
       Göteborg und Malmö eingeschleust und mit versteckten Mikrofonen bei
       Mitgliederversammlungen Aufnahmen gemacht. Ein Teil des aufgezeichneten
       Tonmaterials ist inzwischen veröffentlicht: "Unser Sohn wollte doch glatt
       so einen Somali mit nach Hause bringen. Das haben wir ihm verboten, sonst
       hätten wir ja den Fußboden neu verlegen müssen", erzählt ein Mitglied etwa.
       Von jedem dritten der 30 Parteitreffen, an denen sie teilnahmen, gab es
       unverblümt rassistische O-Töne.
       
       "Ausnahmen" seien das, "einzelne Stimmen", die er verurteile, sagt der
       Parteivorsitzende Jimmie Åkesson und beteuert: "Wir haben einen gesunden
       antirassistischen Wertegrund." Die Tonaufnahmen seien eine Verletzung der
       Privatsphäre; man behalte sich rechtliche Schritte vor.
       
       Die journalistischen Enthüllungen über den noch immer bestehenden
       rassistischen Kern der "Schwedendemokraten" verstärken den politischen
       Druck auf Konservative und Liberale, vor den nächsten Wahlen eine
       eindeutige Aussage zu machen, wie sie es mit der rechten Partei halten
       wollen, sollte sie in den Reichstag kommen. Auf kommunaler Ebene hatten
       diese Parteien nämlich in der Vergangenheit wiederholt keine Skrupel, mit
       den "Schwedendemokraten" zusammenzuarbeiten, wenn es galt, linke Mehrheiten
       zu verhindern.
       
       30 Mar 2009
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Reinhard Wolff
       
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