# taz.de -- Kommentar Metropolregion Hamburg: Wortblasen statt Weitblick
       
       > Die derzeitige Debatte über die Fortentwicklung der Metropolregion
       > Hamburg bewegt sich auf dem schmalen Grat zwischen nordeuropäischem
       > Weitblick und provinzieller Gartenzwergidylle. Der Konflikt ist sinnfrei.
       
 (IMG) Bild: Wächst vielleicht weiter: Die Metropolregion Hamburg
       
       Da droht mal wieder das große Ganze an seinen inneren Fliehkräften zu
       scheitern. Kooperation, Teamwork, Arbeitsteilung, Verschlankung? Ja klar.
       Innovation, Think Tanks, Brainpools, Excellenz-Cluster? Aber immer.
       Norddeutsche Identität, Ostsee-Entwicklung, überregionale Performance,
       globale Vermarktung? Geht doch gar nicht mehr anders heutzutage.
       
       Wortblasen gibt es reichlich. Und demzufolge bewegt sich die derzeitige
       Debatte über die Fortentwicklung der Metropolregion Hamburg auf dem
       schmalen Grat zwischen nordeuropäischem Weitblick und provinzieller
       Gartenzwergidylle. Die Beharrungstendenzen sind zwar durchaus beträchtlich,
       der Konflikt indes ist sinnfrei.
       
       Denn schon der erste Blick auf die Karte zeigt: Eine funktionierende
       Metropolregion Hamburg muss mindestens bis nach Lübeck an die Ostsee
       reichen, perspektivisch aber bis nach Fehmarn und Rügen.
       
       Die Metropolregion Hamburg endet dort, wo die Anziehungskräfte von
       Kopenhagen, Berlin, Bremen und Hannover zu wirken beginnen. Nur so lassen
       sich Wohnen und Arbeit, Wirtschaft und Verkehr, Naturschutz und Tourismus
       koordinieren in einem Raum, der zwangsläufig und verstärkt vielfältigen
       Wechselwirkungen ausgesetzt sein wird. So muss die Region gestaltet werden.
       Die Alternative ist Kirchturmpolitik.
       
       8 Nov 2010
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sven-Michael Veit
       
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