# taz.de -- Protest der Pfleger*innen: Personalnotstand und Arbeitshetze
       
       > Angestellte in der Pflege machten mit dem jährlichen „Walk of Care“ in
       > Berlin auf ihre desolaten Arbeitsbedingungen aufmerksam.
       
 (IMG) Bild: „Wer pflegt die Pflege?“ Die PflegerInnen kritisierten die Arbeitsbedingungen beim Walk of Care 2020
       
       Berlin taz | Fünf Krankenhausbetten standen am Mittwochmittag auf den Platz
       der Republik – mitten im Regen. Darauf standen Schilder mit Parolen wie
       „Kapitalismus macht krank“ oder „Hauptsache satt und sauber“. Damit wollten
       Pflegekräfte und ihre UnterstützerInnen auf die desolate Lage im
       Pflegebereich hinweisen. Sie hatten zum sechsten [1][„Walk of Care“]
       mobilisiert.
       
       Ursprünglich ein Fest für die Pflege, wurde dieser Tag in den letzten
       Jahren mehr und mehr zu einem Protestumzug, auf dem Personalnotstand und
       Arbeitshetze angeprangert wurden. In Berlin demonstrierten [2][seit
       mehreren Monaten] Pflegekräfte vor dem Senat für Gesundheit. Mit dem
       sechsten Walk of Care endet dieser Protest. Sie hätten den Termin nach den
       Wahlen bewusst gewählt, sagte Lydia von Walk von Care Berlin gegenüber der
       taz.
       
       „Wir verlangen, dass unsere fünf zentralen Forderungen in die
       Koalitionsverhandlungen aufgenommen werden.“ Diese wären: eine gesetzliche
       Personalbemessung, eine gute Ausbildung, eine gerechte Finanzierung, eine
       Reform der Fort- und Weiterbildungsordnung und ein politisches
       Mitspracherecht.
       
       ## Pflegenotstand von der Öffentlichkeit kaum beachtet
       
       Lydia beklagte, dass das Thema Pflege im Wahlkampf eine zu geringe Rolle
       gespielt habe. Lediglich durch die [3][Streiks der Beschäftigten bei
       Vivantes und in der Charité] habe der Pflegenotstand zumindest in Berlin
       nicht ganz ausgeblendet werden können. Vor der Charité gab es dann auch
       eine Zwischenkundgebung, auf der sich die DemonstrantInnen mit dem
       Arbeitskampf solidarisierten.
       
       Vielen sei die Größenordnung des Pflegenotstands noch nicht bewusst,
       beklagte eine Teilnehmerin des Walk of Care. Sie erinnerte daran, dass der
       Mangel an Lkw-FahrerInnen in Großbritannien seit Tagen auch in Deutschland
       für Schlagzeilen sorge, während der seit Jahren andauernde Personalmangel
       im Pflegebereich in Deutschland kaum Thema sei.
       
       Dabei hatten Studierende der Universität Herdecke gemeinsam mit der
       Deutschen Krankenhausgesellschaft eine wissenschaftliche
       Personalbemessungsmethode (PPR.20) entwickelt. Die werde aber nicht
       angewandt, weil dann mehr Personal benötigt würde. Auch wenn der aktuelle
       Protestzyklus der Carebeschäftigten beendet ist, betonen mehrere
       RednerInnen, dass sie auch künftig für ihre Forderungen auf die Straße
       gehen werden müssen. Schon jetzt wächst der Kreis der UnterstützerInnen.
       
       29 Sep 2021
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Peter Nowak
       
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