# taz.de -- Peter M. Huber, Minister und EU-Skeptiker
       
       Er war nicht lange Thüringens Innenminister. Nach nur einem Jahr im Amt hat
       die CSU Peter Michael Huber als Bundesverfassungsrichter für den Zweiten
       Senat vorgeschlagen. Huber, Absolvent der Klosterschule Ettal, die jüngst
       durch Missbrauchsfälle unrühmlich bekannt wurde, studierte Jura in München
       und Genf und war mit 32 Jahren Professor für Öffentliches Recht, zunächst
       in Augsburg, dann in Jena, Bayreuth und München. In dieser Zeit war er
       Gutachter in 51 Anhörungen vor Parlamentsausschüssen und Behörden.
       
       Huber ist EU-Skeptiker. 1992 fragte er, ob der Vertrag von Maastricht ein
       „Staatsstreich“ sei. Er verneinte, betonte aber, dass weitere
       Integrationsschritte vom Grundgesetz nicht mehr gedeckt seien. Doch Huber
       ist flexibel. Auch nach dem Vertrag von Lissabon schrieb er 2009, dass
       weitere Integrationsschritte kaum noch möglich seien. Er ist wegen seiner
       Umzüge sowohl Mitglied der CDU als auch der CSU. Thüringer Innenminister
       wurde er in einer schwarz-roten Koalition unter Ministerpräsidenten
       Christine Lieberknecht (CDU). In einem Gerichtsverfahren um
       Kommunalfinanzen hat er auch schon die SPD vertreten.
       
       Huber ist kein Hardliner. Er befürwortet zwar die Vorratsdatenspeicherung,
       in einem Gutachten für die Thüringer Rechtsanwaltskammer kritisierte er
       2005 aber die Ausweitung der Befugnisse von Polizei und Verfassungsschutz.
       Als Befürworter von direkter Demokratie sitzt er im Kuratorium des Vereins
       Mehr Demokratie und gibt das „Jahrbuch für direkte Demokratie“ mit heraus.
       Huber ist mit einer Patentrichterin verheiratet und hat zwei Töchter. CHR
       
       10 Nov 2010
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) CHR
       
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