# taz.de -- KOMMENTAR: MARCO CARINI ÜBER DIE DIENSTWAGEN-AFFÄRE: Hamburg rächt Ulla Schmidt
So eine Affäre mitten im Wahlkampf, in der einem Politiker der Gegenseite
Vorteilsnahme unterstellt werden kann – für den engagierten Wahlkämpfer
kann es nichts Schöneres geben. Und so zerrt die Hamburger SPD Innensenator
Christoph Ahlhaus (CDU) auf die Anklagebank und heftet ihm – quasi als
lokale Rache für Ulla Schmidt – eine Dienstwagen-Affäre an. Denn irgendwas
bleibt schließlich immer hängen.
Nun kann man den CDU-Hardliner Ahlhaus wegen vielerlei kritisieren: Wegen
seiner Schanzenviertel-Einsätze, seiner Abschiebepolitik oder der
verwegenen Idee, in Hamburg wieder berittene Polizei einzuführen. Bei der
angeblichen Dienstwagen-Affäre aber ist Ahlhaus allenfalls in eine
Gesetzeslücke gefallen und schlägt nun – wahlkampfbedingt – etwas härter
auf.
Fakt ist: Die Hamburger Dienstwagen-Verordnung von 1964 ist weder zeitgemäß
noch widerspruchsfrei. Sie bedeutet, eng ausgelegt, dass Senatoren und
Staatsräte bestimmte Fahrten mit ihrem Dienstwagen doppelt bezahlen müssen:
Mit Zusatz-Steuerzahlungen ans Finanzamt und Erstattungen an den Staat.
Getan hat das bislang niemand.
Gestört hat es 35 Jahre lang keinen. Doch jetzt ist Wahlkampf. Und eine
Retourkutsche für die Anti-Ulla-Schmidt-Kampagne war schon lange fällig.
➤ Bericht SEITE 22
18 Sep 2009
## AUTOREN
(DIR) MARCO CARINI
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