# taz.de -- Kein extra Geld für Notsysteme
> Faeser: Milliarden-Forderung für Katastrophenschutz unrealistisch
Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat die Forderung Bayerns nach zehn
Milliarden Euro für den Katastrophenschutz als unrealistisch
zurückgewiesen. „Das ist eine sehr, sehr hohe Summe“, sagte die
SPD-Politikerin am Mittwoch im Deutschlandfunk. „Es macht jetzt auch keinen
Sinn, zu viel zu fordern. Es geht um Steuergelder. Aber ja, es ist klar,
dass wir verstärken müssen.“
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, der derzeit auch der
Innenministerkonferenz vorsteht, hatte diese Forderung vor dem an diesem
Mittwoch beginnenden Ministertreffen in Würzburg genannt. Unter anderem
wies er auf den nötigen Wiederaufbau des in den vergangenen Jahrzehnten
stark reduzierten Sirenen-Warnsystems hin. Handlungsbedarf gebe es etwa
auch bei der allgemeinen Ausstattung von Hilfsorganisationen und
Feuerwehren.
Der Sprecher der Innenminister von CDU und CSU, Hessens Ressortchef Peter
Beuth (CDU), kritisierte Faesers Zurückhaltung unter Hinweis auf die
Rekordverschuldung der Ampelkoalition. „Diese Schwerpunktsetzung ist
angesichts des dringenden Handlungsbedarfs und großer Sorgen der Menschen
in unserem Land nicht nachvollziehbar“, sagte er der Deutschen
Presse-Agentur. „In Krisenzeiten müssen sich die Schwerpunkte einer
Regierung an den Notwendigkeiten orientieren. Der sicherheitspolitische
Blindflug der Ampel missachtet den dringend erforderlichen Ausbau des
Zivilschutzes und das angemessene Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung.“
Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene
Mihalic, widersprach Faeser. Beuth hielt sie entgegen, die Unionsfraktion
habe eine Finanzierung von Zivilschutzaufgaben aus dem Sondervermögen
Bundeswehr verhindert. „Die zehn Milliarden für die nächsten zehn Jahre
sind fachlich fundiert, das entstammt Berechnungen des Bundesamtes für
Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, die der Innenministerin ja
sicher vorliegen“, sagte Mihalic der dpa. Auch Fachleute mahnten seit
geraumer Zeit mehr Investitionen an. Hier sei „jeder Euro sehr gut
angelegt“, heißt es. (dpa)
2 Jun 2022
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