# taz.de -- Kahane von der Wahl in Israel ausgeschlossen
> Wahlkomitee beschloß Ausschluß der Kach-Partei des Rabbis Kahane von der
> Parlamentswahl in Israel / Begründung: Kach-Partei rassistisch und
> antidemokratisch / Kach-Liste rief Obersten Gerichtshof an, der 1984
> einen Ausschluß Kahanes rückgängig gemacht hatte ■ Aus Tel Aviv Amos
> Wollin
Das israelische Wahlkomitee hat gestern die Partei des rechtsradikalen
Rabbiners Meir Kahane von der Parlamentswahl am 1.November ausgeschlossen.
Begründet wurde die Entscheidung damit, daß die Kach-Partei rassistisch und
antidemokratisch sei. Ein Kach-Sprecher kündigte an, die Partei werde das
Oberste Gericht anrufen, das bereits 1984 einen Ausschluß Kahanes von den
Parlamentswahlen rückgängig gemacht hatte.
Das Parlament hat jedoch inzwischen ein Gesetz verabschiedet, nach dem
Parteien von den Wahlen ausgeschlossen werden können, wenn sie rassistische
Tendenzen zeigen oder den demokratischen Charakter Israels gefährden, wie
es der Kach-Liste vorgeworfen wird.
Dieses Gesetz erlaubt weiterhin Parteien auszuschließen, die „den Staat
Israel nicht als den Staat des jüdischen Volkes anerkennen“. Mit dieser
Begründung versuchen die rechten Parteien Likud und Tehya außerdem, eine
Teilnahme der „Progressive Peace List“ (Progressive Friedensliste) an den
Parlamenstwahlen im November zu verhindern. Dieser Einspruch wird jedoch
kaum ausreichenden Anklang finden, da sich Arbeiter- und linksgerichtete
Fraktionen des Wahlkomitees wohl gegen die Disqualifizierung der
„Progressive Peace List“ aussprechen. Von dem jetzt im Wahlkomitee
beschlossenen Wahlausschluß der Kach-Liste werden andere rechtsgerichtete
Parteien, wie die Likud, profitieren, da sie dadurch mehr Wählerstimmen
gewinnen. Führende Mitglieder der Kach-Liste hatten allerdings erwartet,
daß nationale religiöse Parteien einen Wahlausschluß der Kach-Liste nicht
unterstützen werden, da, wie der Kach-Sekretär Baruch Marzel erklärte,
„religiöse Parteien genau das wollen, was wir verlangen: Ehen zwischen
Juden und Nichtjuden (Araber) sollen verboten werden“.
Problematisch wird es, wenn der Oberste Gerichtshof zugunsten der
Kach-Liste entscheidet. Denn Kahane argumentiert, daß sein politisches
Programm auf Passagen des Alten Testamentes und rabbinischem Gesetz
gegründet sei, die einen Ausschluß aus den Wahlen aus rassistischen Gründen
verhindern würden.
6 Oct 1988
## AUTOREN
(DIR) wollin
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