# taz.de -- Gelebter Zusammenhalt: Der rote Faden der taz
       
       > Lange totgesagt, ist die taz heute lebendiger denn je. Nun entscheiden
       > Sie, ob unsere solidarische Methode auch Zukunft hat. 
       
       Sie könnten diese Zeitung lesen oder eine andere. Wir machen diese Zeitung
       und keine andere. So kommen wir täglich auf dem Marktplatz zusammen – die
       taz und ihre LeserInnen. Im Briefkasten und im Netz. Aber über das hinaus,
       was man in Verlagen gemeinhin „Kundenverhältnis” nennt, verbindet uns noch
       ein weiters Band. 
       
       Die taz wurde mit [1][7.500 Vorausabos gegründet]. So war die Redaktion von
       Anfang an allein ihren LeserInnen und deren Erwartungen verpflichtet. 
       
       Es sollte eine Zeitung werden, die über all das groß berichtet, was in den
       anderen Blättern bestenfalls am Rande Erwähnung findet. Es ging um
       „Gegenöffentlichkeit” und einen „alternativen Journalismus”, der auf keiner
       Ebene mit den Wölfen heult. Das war der rote Faden. 
       
       So wurde die taz ein quotierter Betrieb und genderte „Binnen-I”.
       „Säzzer”-Kommentare und die Rubrik „[2][Was fehlt]” erinnerten daran, dass
       Journalismus immer eine Auswahl trifft. 
       
       Selbst wenn Mittel und Begriffe heute antiquiert wirken, gewinnt doch
       vieles gerade wieder an Bedeutung. Der 24/7-Journalismus im Netz erfordert
       von LeserInnen und MacherInnen extrem schnelle und sichere Entscheidungen:
       Was ist relevant? Was will ich lesen? 
       
       ## Gute Ideen zum Gelingen bringen 
       
       Auch wer taz.de anklickt, trifft dort auf taz-Journalismus. Und auf unseren
       roten Faden. Inzwischen arbeiten mit der Monatszeitung [3][Le Monde
       diplomatique] und dem Umweltmagazin [4][zeozwei] weitere Redaktionen unter
       dem taz-Dach, die eigene Schwerpunkte setzen. 
       
       Vom [5][taz Panter Preis], der das Engagement der „HeldInnen des Alltags”
       würdigt, bis zum fair gehandelten tazpresso ist bei uns nichts Selbstzweck.
       Es spiegelt sich etwas wieder, für das wir lange einen Begriff gesucht
       haben. Ab sofort wollen wir es „solidarische Methode” nennen. 
       
       Denn Solidarität ist nicht nur eine Haltung, mit der sich Gewerkschaften
       gründen und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten abfedern lassen. Es ist
       generell ein erprobtes Verfahren, um aus guten Ideen funktionierende
       Projekte zu machen. Und sich dabei treu zu bleiben. 
       
       Ein Beispiel? Weil nicht alle Menschen gleich viel Geld haben, gibt es für
       die taz-Abos [6][drei Preise]. Um das ermäßigte Abo zu buchen, muss niemand
       einen Studierendenausweis vorzeigen oder sich als Rentner zu erkennen
       geben. 
       
       Naiv? Mitnichten! Ein Drittel unserer AbonnentInnen zahlt freiwillig etwas
       mehr, damit ein Drittel etwas weniger zahlen kann. Dieser Pakt, der
       taz.Solidarpakt, hält nun schon seit mehr als 20 Jahren. 
       
       ## Ein sicheres Fundament 
       
       Vieles hat sich in dieser Zeit geändert. Heute würden wir die taz sicher
       als Crowdfunding-Projekt im Internet gründen. An den Inhalten würde das
       nichts ändern. Und auch in der Frage der Gesellschaftsform würden wir nicht
       anders entscheiden. 
       
       Die taz ist [7][eine Genossenschaft] mit inzwischen 15.100 Mitgliedern.
       Viele haben ihren Anteil von 500 Euro in 20 Monatsraten gezahlt, einige
       haben das Zwanzigfache gegeben. 
       
       Es gibt Junge und Alte, Frauen und Männer, Manager und Musen. Alle eint,
       dass sie die Idee von unabhängigem Journalismus wichtiger denn je finden,
       und dass alle bei Abstimmungen jeweils nur eine Stimme haben. 
       
       Die solidarische Methode der taz hat in der Genossenschaft ihr Fundament.
       Auf der Basis ökonomischer Unabhängigkeit macht die Redaktion ihre Zeitung
       und plant der Verlag ein neues Haus. 
       
       ## Dieselben Ziele teilen 
       
       So bildet die Stiftung journalistischen Nachwuchs aus, gehen LeserInnen
       gemeinsam auf „[8][Reisen in die Zivilgesellschaft]”, strömen die
       LeserInnen zum taz.lab. Gerade arbeiten wir mit „[9][taz.zahl.ich]” daran,
       für taz.de eine verbindliche, aber freiwillige Bezahlform zu etablieren. 
       
       Das ist auf den ersten Blick so, als würden wir Luft verkaufen wollen. Doch
       auch das ist keinesfalls naiv. Denn ohne ein tragfähiges Bezahlmodell wird
       dem kritischen Journalismus im Internet auf Dauer die Luft ausgehen. 
       
       Unsere Ziele wachsen mit denen, die sie teilen. Aus diesem Grund machen wir
       nun Werbung für und mit der „solidarischen Methode”. Denn sie ist unser
       roter Faden. Haben Sie schon angeknüpft? 
       
       KARL-HEINZ RUCH ist Mitbegründer und Geschäftsführer der taz
       
       11 Jun 2015
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Karl-Heinz Ruch
       
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