# taz.de -- Franz-Josef Bode im Porträt: Bischof will modernere Kirche
       
       > Franz-Josef Bode macht sich für Frauen als Diakoninnen stark. Der
       > katholische Bischof von Osnabrück zeigt sich immer mal wieder vorsichtig
       > progressiv.
       
 (IMG) Bild: Für geweihte Frauen, eine Segnung für Homosexuelle und ein Wahl-Zölibat: Bischof Franz-Josef Bode
       
       Bremen taz | Frauen ins Diakonat, forderte Osnabrücks Bischof Franz-Josef
       Bode am Mittwoch gegenüber der dpa. Der Wunsch ist nicht ganz neu und auch
       nicht mehr revolutionär: Die Forderung nach Frauen als Diakoninnen, also
       als katholische Diakoninnen, hat Konjunktur, wenn es darum geht, die
       Katholische Kirche ein wenig in die Jetztzeit zu holen. Papst Franziskus
       hat in seiner Amtszeit schon zwei Untersuchungen zu der Frage eingesetzt.
       
       Eine Entscheidung für Diakoninnen ist [1][dabei noch nicht herausgekommen].
       Schon das allein zeigt: Banal ist die Forderung in der katholischen Welt
       noch nicht. Diakon*innen können predigen und taufen. Und: Das Amt wird über
       eine Weihe vergeben – als nächste Stufe dieses Sakraments folgen schon
       Priester- und Bischofsweihe. Die Öffnung für Diakoninnen gilt damit auch
       als Schritt hin zu Priesterinnen.
       
       Bischof Bode hätte nichts gegen Priesterinnen – wobei das fast zu weit
       vorgeprescht ist: „Ich könnte es mir vorstellen“, sagt er vorsichtig
       gegenüber der taz. Allerdings eher später als früher: Die katholische
       Kirche brauche viel Zeit für Veränderung. 2.000 Jahre Tradition hätten ein
       gewisses Beharrungsvermögen. Dazu kommt für Bode: „Wir sind eine Weltkirche
       und nicht überall ist man gleich weit in Bezug auf die Stellung der Frau.“
       
       Nein, ein Revolutionär ist er nicht, der Bischof, der seit 1995 das Bistum
       Osnabrück leitet. Eher einer, der vorhandene Spielräume nutzt und hier und
       da ein paar überfällige Schritte macht. 2002 wurde in seinem Bistum die
       [2][Leitung des Seelsorgeamtes an Daniela Engelhard] übertragen – damals
       eine der ersten Führungspositionen in den deutschen Bistümern, die an eine
       Frau ging. Seitdem setzt Bode sich für eine [3][Frauenquote in
       Führungspositionen der katholischen Kirche] ein – es geht um 30 Prozent,
       besser mehr.
       
       ## Für ein Zölibat auf freiwilliger Basis
       
       Auch in anderen Bereichen ist Bode immer mal wieder mit recht progressiven
       Positionen aufgetreten: 2018 hat der stellvertretende Vorsitzende der
       Deutschen Bischofskonferenz sich als erster katholischer Bischof für die
       Segnung (nicht etwa: die Trauung) homosexueller Paare stark gemacht. Und im
       Forum zu Fragen der Sexualmoral, das die [4][Aufarbeitung der
       Missbrauchsskandale] vorbereiten sollte, brachte er 2019 [5][auch ein
       Priesteramt ohne Zölibat ins Spiel.]
       
       Geboren ist Bode 1951 in Paderborn, aufgewachsen in einem Dorf der
       Umgebung, als einziger Junge mit vier älteren Schwestern. „Ein wenig“, sagt
       er, habe seine Hoffnung auf Frauen in Führungspositionen „schon damit zu
       tun, dass ich mit Frauen in Verantwortung aufgewachsen bin“.
       
       9 Jan 2021
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [3] https://www.deutschlandfunkkultur.de/theologin-ueber-frauenquote-in-der-katholischen-kirche-ein.1008.de.html?dram%3Aarticle_id=443503
 (DIR) [4] /Missbrauch-in-der-katholischen-Kirche/!5640628
 (DIR) [5] https://www.kirche-und-leben.de/artikel/bode-priester-mit-familie-und-zivilberuf-vorstellbar
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Lotta Drügemöller
       
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