# taz.de -- Eine Erfolgsgeschichte der taz-Kicker: Leistungsexplosion des Panter FC
> Mit vereinten Kräften ist das Fußballteam der taz inzwischen auf den
> vorletzten Platz der Medienliga vorgerückt.
IBild: Glänzt mit den neuen Trikots von Sponsor Panter Stiftung: das taz-Team vor dem Lockdown beim 0:3 gegen Ebay
Von [1][LUKAS WALLRAFF ]
Wir befinden uns im Jahr 2020. Ganz Fußballdeutschland ist besetzt von
eitlen, raffgierigen Funktionären, überbezahlten Jungstars und verwirrten
Fans, die nicht mehr wissen, was sie schlimmer finden: die schreckliche
Kommerzialisierung oder den sportlichen Niedergang ihres Klubs. Ein
einziges Jammertal. Ganz Fußballdeutschland? Nein! Ein von unbeugsamen
Reck*innen bevölkerter Kleinverein hält noch die Fahne des fröhlichen
Amateursports hoch, bei dem [2][Erfolg] nicht das Allerwichtigste ist. Im
Gegenteil.
Seit seiner [3][Gründung 2018 hat der taz Panter FC], also der offizielle
Fußballklub des kleinsten Medienimperiums der Welt, schon mindestens 50-mal
gespielt und dabei höchstens 5-mal gewonnen, weil er meist gegen jüngere,
schnellere und trainiertere Teams antreten muss (die Panter trainieren so
gut wie nie).
Trotz oder gerade wegen dieser übersichtlichen Bilanz nimmt die Zahl der
aktiven Mitglieder ebenso rasant zu wie das Interesse der enthusiastischen
Fangemeinde, die bei Wind und Wetter zuverlässig fernbleibt, aber
solidarisch „Like“ und Daumen drückt, manchmal sogar persönlich und dann
mit spektakulären Choreografien.
Mindestens 50-mal gespielt und dabei höchstens 5-mal gewonnen
Bisheriger Höhepunkt: drei besonders treue Fan*innen, die im tiefsten
Winter anrückten und zum letzten Saisonspiel Wunderkerzen mitbrachten. Das
half zwar auch nichts, das Match ging genauso deutlich wie alle anderen 14
Punktspiele vorher verloren, aber das schöne Zeichen mit den Fünkchen in
der Nacht blieb für ewig als Hoffnungsschimmer in den Panterherzen.
Und ein Wunder ist es tazsächlich, was dieser Verein alles bewirkt. Nicht
nur auf dem Spielfeld, wo nach langem Anlauf einige wenige, dafür aber
historische Siege davongetragen wurden, erst gegen die junge Welt, dann
auch gegen große Traditionsbetriebe wie die rbb Abendschau oder das Studio
Babelsberg. Schon 2019, in der zweiten taz-Saison in der zweiten Medienliga
Berlin-Brandenburg, gelang den Pantern eine überraschende
[4][Leistungsexplosion], nämlich auf den vorletzten Platz vorzurücken.
Wie Fünkchen in der Nacht
Am stärksten aber ist der Panter FC in der dritten Halbzeit, wenn die
vielen Misserfolge konditionsstark gefeiert werden – und zwar von
Spieler*innen aus allen Ecken, Kanten und Altersstufen der taz, die
Teamchef René Hamann unermüdlich rekrutiert. Vor allem das Inland ist mit
den Ressortleiter*innen Anna Lehmann und Tobias Schulze, Spielertrainer und
Vereinsoligarch Pascal Beucker sowie wechselnden Nachwuchstalenten stark
vertreten. Auch die Anzeigenabteilung, die taz Kantine, tazeins, tazzwei,
taz gazete, Vertrieb, Webmaster, freie Autor*innen, Ex-tazler*innen und die
Fachkräfte der [5][Leibesübungen] trugen ihre gesammelten Fußballkünste bei
– also meistens für Punkte zu wenig, aber stets genug für Eigentore und
Legenden.
Nach der momentanen Corona-Zwangspause der Medienliga ist ein Spiel gegen
die Bundestagsfraktion der Grünen geplant. Falls Joschka Fischer noch
mitspielt, hat der Panter FC vielleicht Chancen.
16 Nov 2020
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## AUTOREN
(DIR) Lukas Wallraff
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