# taz.de -- Michaela Eichwald, Malerin: Einblick (741)
       
       Welche Ausstellung in Berlin hat dich zuletzt an- oder auch aufgeregt? Und
       warum? 
       
       Ich bin während der Arbeit an der Ausstellung bei Isabella Bortolozzi öfter
       durch das Areal des Kulturforums gegangen. Hier gefällt mir eigentlich
       alles. So, wie es im Moment aussieht. Der Bauzaun an der Neuen
       Nationalgalerie ist beklebt mit Ausstellungsplakaten aus den letzten 50
       Jahren. Animierend. Da hängen so unterschiedliche Sachen wie Michael Buthe,
       William Turner, Hannah Höch und Geertgen tot Sint Jans nebeneinander,
       kombiniert mit Kanalrohren, Zementmaschinen und Baggern namens „Guido
       Bauch“. Alles liegt offen da, leicht zugänglich, unter freiem Himmel,
       umgeben von dem einladenden Brachgelände am Matthäikirchplatz samt Büdchen.
       Baustoffe, Bau-Stelle, Gegenwart, Zeitgeschichte, Gestaltungsgeschichte,
       Rezeptionsgeschichte. Was will man mehr. 
       
       Welches Konzert oder welchen Klub in Berlin kannst du empfehlen? 
       
       Im Magendoktor ist es gut auszuhalten, wenn man Kontrolle über die Jukebox
       gewinnt.
       
       Welche Zeitschrift/welches Magazin und welches Buch begleitet dich zurzeit
       durch den Alltag? 
       
       Ich habe vorgestern eine Trust gekauft aus Begeisterung über die
       Aufmachung, das tolle Layout. Dazu die zähe, angestrengte Sprachverwendung.
       Ich stelle mir vor, dass da immer wieder neu nachwachsende 17-Jährige am
       Werk sind, seit 30 Jahren. Mit Spannung werden erwartet die neuen Ausgaben
       von InterCity und Skulpi.
       
       Was ist dein nächstes Projekt? 
       
       Mich auflösen.
       
       Welcher Gegenstand/welches Ereignis des Alltags macht dir am meisten
       Freude? 
       
       Die sehr spät und jetzt umso verrückter blühenden Trichterwinden auf dem
       Balkon.
       
       13 Sep 2018
       
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