# taz.de -- Dreierlei von der Tomate
> BUNT Manche sehen aus wie kleine Raupen, andere wie Murmeln, sie sind
> orange bis braun getigert. Und werden zu Sauce, Salat oder Tarte
VON SARAH WIENER
Tomaten, Paradeiser, Liebesäpfel! Wahrscheinlich Europas liebstes Gemüse.
Das ist erstaunlich, weil man unter diesem Namen meist nur schnittfestes
Wasser in normierter grünroter Kugelform erhält. Geschmack: null.
Sortenname? Keine Ahnung. Und das, obwohl es an die 200.000 Sorten gibt.
Tomaten können aussehen wie kleine Raupen oder wie sich schlängelnde
Hirnwindungen, wie Skulpturen von Jeff Koons und wie prallgefüllte
Pompadours. Sie sind braun getigert, sanft violett oder knallgelb bis
leuchtorange und purpur. Sie sind groß wie Kinderköpfe oder klein wie
Murmeln. Und schmecken und duften nach Rosen, Pilzen oder Johannisbeeren.
Von guten, reifen Tomaten kann ich ein Kilo essen, grob geschnitten, leicht
gesalzen und mit einem Schuss Öl übergossen. Das Paradies eben. Und sonst?
Hier, bitte!
■ Sarah Wiener komponiert hier jeden Monat aus einer Zutat drei Gerichte
■ Die anderen Autoren: Undine Zimmer kocht mit dem, was im Kühlschrank
übrig blieb, Philipp Maußhardt schreibt über vergessene Rezepte, und der
taz-Koch Christoph Esser beantwortet die Fragen der Leser zur Hardware des
Kochens – [1][fragdenkoch@taz.de]
19 Oct 2013
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