# taz.de -- Die letzten Tage mit Volker Finke
> Ein Steuerberater, ein Investmentbanker, ein Winzer und ein Senior wollen
> den Fußballtrainer Volker Finke entsorgen. Gut, sie sind der Vorstand des
> SC Freiburg. Trotzdem: Diese Leute. IHN? Nun gewinnt er jedes Spiel. Und
> viele finden ihn wieder prima. Kommt es zur Revolution?
AUS FREIBURG PETER UNFRIED
Als Volker Finke in den frühen Neunzigern des letzten Jahrtausends nach
Freiburg kam, fand er das Nichts vor. Na ja, nicht ganz: Es gab eine
Mannschaft und einen Präsidenten namens Achim Stocker. Und wenn, zum
Beispiel, der heutige Oberbürgermeister Dieter Salomon zur Wurstbude
rüberging, traf er dort den Uli. Der und noch so ein paar richtig
Fußballinteressierte waren nämlich damals auch schon da. Sah man vor Finke
ein Gesicht, das man nicht kannte, war es meistens der jeweils neue
Trainer.
Der Rest wurde und ist Geschichte: Bundesligaaufstieg 1993, dreimal auf-,
dreimal abgestiegen, zweimal Uefacup, insgesamt zehn Jahre 1. Liga bis
2005, Liveübertragungen bis Timbuktu, Stadionausbau, Gründung einer
Fußballschule: Der SC stieg auf zu einem der populärsten Klubs des Landes,
zu einem der wichtigsten Werbeträger der Stadt Freiburg und zu einem Event
für ein neues Freiburger Fußballpublikum. Aus der Fernsicht ist es die Ära
Stocker/Finke. Die funktionierte so, dass Stocker Finke machen ließ.
An einem normalen Wochentag in Freiburg ist die Sonne selbstredend bei der
Arbeit, scheint auf die Solaranlage des Badenova-Stadions, und die
produziert damit die benötigte Energie komplett selbst. Im Stadion steht
der Präsident – allein auf weiter Flur. Guten Tag, und es tut ihm leid.
Aber er könne nichts sagen. Das ist in Freiburg eindeutig der Satz des
Monats. Jeder sagt einem, er könne nichts sagen. Aber alle reden dann doch,
als würden sie pro Silbe bezahlt. Stocker, 72, zeigt auf das Kabuff, in dem
Finke sitzt. Jedes Wort werde dort unten auf die Goldwaage gelegt, Finke
sei nicht nur ein „guter Trainer“, er sei ja auch intelligent. Es sei nie
einfach mit Finke gewesen – und jetzt schon gar nicht. Er lässt es klingen,
als habe er Angst, ausgeschimpft zu werden, wenn er was sagt, was er nicht
sagen soll.
Im Dezember entschied der vierköpfige Vorstand, den Trainer Finke nach 16
Jahren loszuwerden. Die Begründung war die sportliche Situation. Der SC
Freiburg lag damals auf Rang 15 der 2. Liga, Präsident Stocker sagte, er
habe Angst vor dem totalen Absturz in die Regionalliga. Man erinnert sich
kaum noch, aber wo die Vorstände auch hinkamen in der Stadt damals, es
waren immer schon fünf Leute da, die ihnen sagten, nun gehe es wirklich gar
nicht mehr mit dem Finke. Überspitzt: Die Finke-Fraktion passte auf ein
Handtuch. Der Präsident war es, der darauf bestand, Finke die Saison zu
Ende trainieren zu lassen. Weil er als Fußball-Sachverständiger des
Vorstands glaubte, dass ein Finke-Team am besten von Finke gecoacht wird.
Weil er zu klug war – oder zu schwach –, ihn sofort rauszukanten. Finke
sollte solide die Klasse halten und dann endlich gehen.
Und nun? Es läuft wie Hölle. Der Klub kämpft um den vierten
Bundesliga-Aufstieg nach 1993, 1998 und 2003. Zuletzt gab es ein glattes
3:0 in Köln. Davor kamen 20.000 beim 2:0 gegen Augsburg. Seit Bekanntgabe
der Trennung sind es 11 Siege und 2 Remis. Und mit jedem Sieg wachsen die
Depressionen. Im Vergleich zu der Endzeitstimmung, die man rund um das
Stadion spürt, war vermutlich selbst der Führerbunker im April 1945 ein Ort
der guten Laune.
Eine Pro-Finke-Initiative hat den Vorstand herausgefordert. Mit einer
Unterschriftenaktion will man eine außerordentliche Mitgliederversammlung
erzwingen, wo es zu einem Showdown kommen soll. Die Initiative heißt „Wir
sind Finke“, was bizarr klingt, aber ehrlich gemeint ist. Die Initiative
hat den Vorstand mit einer ganzseitigen Anzeige in der Badischen Zeitung
aufgefordert, „die Zusammenarbeit mit Volker Finke und seinen Co-Trainern
über das Saisonende hinaus fortzusetzen“. Es soll auch Spieler geben, die
gehen wollen, wenn Finke und sein langjähriger Co-Trainer Achim Sarstedt
gehen müssen. Die aber zur Stunde noch hoffen, dass es zur ganz großen
Sensation kommt – und er bleibt.
Wo, wenn nicht in Freiburg? Haben sie nicht unlängst im letzten Moment den
Verkauf der städtischen Wohnungen verhindert – gegen den Oberbürgermeister
und die anderen grünen Platzhirsche? Liegt wieder Revolution in der Luft?
„Die Ideallösung wäre, dass Finke Trainer bleibt. Aber wichtig ist, dass
das Konzept Finke bleibt“, sagt Achim Trenkle, Sprecher von „Wir sind
Finke“. Auch der Unternehmer Ralph Kollinger ist bei „Wir sind Finke“. Er
sorgt sich, dass der SC ohne Finke und den folgenden Verlust wichtiger
Spieler abstürzt. Er kritisiert die „Wagenburg-Mentalität“ des Vorstands,
der offenbar „Angst vor seinen Mitgliedern“ habe.
Finke, vermutlich lange meistgehasster Mann der Stadt, erlebt ein
erstaunliches positives Emo-Revival. Das macht die Argumentation für den
Vorstand noch schwieriger: Die sportliche Begründung existiert nicht mehr,
und die Siegesserie hat nun auch den aus Vorstandssicht seit dem
Abstiegsjahr 2004/2005 stark steigenden Verdruss am ewigen Finke und die
„zunehmenden „Polarisierungen“ der Klientel – zumindest vorübergehend – in
den Hintergrund gedrängt. Nun müht man sich um eine differenzierte
Entscheidungsbegründung, die die Trennung letztlich als längst nötige
Konsequenz einer zweieinhalbjährigen negativen ökonomischen Entwicklung
ausweist.
In seinem Kabuff geht Volker Finke, 59, zwischen Besprechungstisch und
Kaffeemaschine hin und her. Er hat seit der Trennungsentscheidung des
Vorstands nicht oder kaum geredet. Und er will auch jetzt keine Sätze von
sich in die Öffentlichkeit tragen. Vorrang habe die Mannschaft. Die solle
noch möglichst lang den Rücken und den Kopf frei haben für die letzten
Spiele.
Ist er verbittert, wie die Ferndiagnostiker urteilen? Ein Eindruck ist: Er
kriegt den Respekt nicht, den seine Lebensleistung, oder sagen wir
neutraler: seine überragende Arbeitsleistung ohne jeden Zweifel verdient
hat. Und das macht ihn fassungslos. Aber Finke selbst habe halt all die
Jahre nie jemanden respektiert. Heißt es. Zumindest ist es ihm offenbar
nicht gelungen, sehr vielen den Eindruck zu geben, er respektiere sie.
Als er damals kam, hat er nicht gedacht, dass er bleibt. Noch nicht mal,
dass er den Lehrerberuf drangibt. Der hat ihm Spaß gemacht, obwohl die neue
Schule nicht kam, die man sich nach 1968 erhoffte. Aber dann machte ihm
Freiburg Spaß, und er Ernst. Wer es nicht weiß: Es gibt eine große
Sehnsucht bei Fußballanhängern, dass Leute zu ihrem Klub kommen, die es
richtig ernst meinen. Finke hat 16 Jahre für den SC Freiburg gearbeitet –
oder gelebt? Ernster geht es jedenfalls kaum.
Manche sagen unverblümt, er sei ein Diktator. Wer „Finke“ und „Diktator“
bei Google eingibt, kriegt 2.500 Treffer. Dieser Begriff ist immer schnell
zur Hand, aber angesichts der Diktatoren-Geschichte (Caesar, Stalin,
Hitler) ziemlich unangemessen und ehrverletzend. Finkes Geschäftsgrundlage
basiert auf negativen und offenbar prägenden Erfahrungen aus der
Vor-Freiburg-Zeit beim Dorfklub TSV Havelse (mit dem er in die 2. Liga
aufstieg und den er dann verließ) und richtigen Analyse darüber, unter
welchen Umständen ein Trainer lange und erfolgreich arbeiten kann. Für die
Mannschaft gilt: Je flacher die Hierarchien im Team, desto mächtiger der
Trainer. Beziehungsweise weniger ohnmächtig gegen Stars und deren Berater.
Für den Klub hat er den Mitarbeitern und Vorgesetzten all die Jahre eine
Formel für gemeinsame, erfolgreiche Arbeit angeboten, die die Beteiligung
aller und den Konsens voraussetzt. Diese Formel lautet: Wir müssen uns
einig sein. Dass ich Recht habe. Das ist längst nicht so simpel, wie es
klingt. Es war eine Zauberformel, die aus dem Nichts eines der zwanzig
besten Fußballunternehmen dieses Landes gemacht und erhalten hat – und
darüber hinaus noch einiges Gesellschaftliche und Kulturelle geschafft hat,
zum Beispiel, die von 1968 geprägten Linken mit dem Fußball und der
Bundesliga zu versöhnen.
Der schöne, fiktive Mythos vom „Guten“, das mit dem SC siege, entstand ja
in einer postrevolutionären Zeit, in der die links lebenden Fußballfreunde
so was noch nötig hatten. Aber der scharfe Blick offenbart bis heute
Unterschiede in der Unternehmenskultur. Etwa, nicht, niemals und unter
keinen Umständen mit Bild zu kungeln. Und: Als „normal“ gilt in der
Bundesliga, einen Atomstromkonzern als Sponsor zu haben. Ein Solarstadion
hat sonst keiner.
Das Revolutionäre an Finkes Kurzpassspiel war ja auch nicht die Verflachung
der Hierarchien, sondern der damit erreichte Modernisierungsvorsprung. Als
die anderen nachzogen und der deutsche Fußball generell moderner wurde,
suchte Finke längst neuen Vorsprung anderswo, zum Beispiel in der eigenen
Fußballschule. Manches, was der Reformer Jürgen Klinsmann eben erst beim
DFB durchsetzte, machen sie in Freiburg schon seit 16 Jahren.
Wenn es nun menschelt, wenn manche das Niveau dramatisch sinken sehen, wenn
der Kungelverdacht mit Bild und anderen im Raum steht, dann ist das aus
zwei Gründen nicht schön: Erstens grundsätzlich. Zweitens, weil der SC
Freiburg sicher nicht das Unternehmensziel haben kann, dem spektakelgeilen
Teil der Öffentlichkeit ein unwürdiges Schauspiel von Intrige und Hass zu
bieten, sodass all die sich endlich einen runterkurbeln können, denen der
Klub schon immer wahnsinnig auf die Nerven ging.
Dazu ist zu bemerken, dass es schon auch Leute gibt, die sich einen
„normalen“ Klub wünschen. Aber eben auch andere, die auf keinen Fall normal
sein wollen.
## Die letzten Tage mit Volker Finke
Fortsetzung
„Wir waren immer ein bisschen anders“, sagt Achim Trenkle von „Wir sind
Finke“: „Und wir wollen anders bleiben.“ OB Salomon sagte mal, dass „selbst
der größte Quatsch, der hier erzählt wird, immer noch den Anspruch hat, dem
Weltgeist abgelauscht zu sein“. Die Uni-Stadt Freiburg mit ihren knapp
200.000 Einwohnern sei eine „Stadt des provinziellen Größenwahns“. Und dass
er prima hierher passe.
Unlängst gab der seit 2002 regierende Grüne dem DSF ein Interview, in dem
er Finke mit dem Exkanzler Helmut Kohl (CDU) verglich. Der habe auch seine
Verdienste gehabt, und bei dem seien auch 16 Jahre genug gewesen. Der solle
bloß aufpassen, dass bei ihm nicht schon acht Jahre genug sein werden, hieß
es in einem Leserbrief. Andere, auch im Klub, wiegelten ab. Das sei doch
nicht böse gemeint vom Dieter.
Im Rathaus versteht man die Aufregung ebenfalls nicht. Da hat man all die
Jahre immer schön gelobt, nichts gesagt, wenn Finke bei der wöchentlichen
Einbestellung der Regionalmedien gleich noch die Kommunalpolitik
mitverarztete – und dann die Aufregung wegen eines kleinen, spontanen
Scherzes?
Oder gibt es etwa eine Verschwörung der Freiburger Elite? Haben die
Meinungsmacher in der Stadt den Vorstand bearbeitet, weil sie den
zugereisten Norddeutschen nie als einen der ihren akzeptierten – oder nicht
damit umgehen konnten, dass Finke immer auf Distanz zu ihnen blieb? Er ist
einer, der anderen sagt, dass sie ihm in die Augen schauen sollen. Er kommt
rüber als einer, der andere nicht sieht, selbst wenn sie vor seiner Nase
stehen und um ein klitzekleines Signal flehen, dass sie für ihn existieren.
Ja, hält der denn alle für Würste?
Es ist schwierig, etwas Gesichertes zu Papier zu bringen in einer
Atmosphäre, in der viel gestreut wird und jeder darauf lauert, hinterbracht
zu bekommen, was ein anderer gerade wieder gesagt hat oder haben soll.
Jedenfalls bedurfte es offenbar auch übermenschlicher Kräfte der anderen,
Finkes Zauberformel auszuhalten über einen so langen Zeitraum.
Die verkündete Trennung zum Saisonende bedeutet aber eben auch das Wagnis,
Volker Finke zu sagen, er habe nicht recht. Wer sagt ihm das? Ein
Steuerberater (Heinrich Breit). Ein Winzer (Fritz Keller). Ein 72-Jähriger
(Stocker). Ein Investment-Banker, der ein halbes Jahr dabei ist (Martin
Weimer). Soll er denen erklären, wie der SC Freiburg Fußball spielt? Sagen
wir mal, rein hypothetisch jetzt: Okay, es könnte sein, dass Finke mal
nicht recht hat. Dann sicher nicht im vorliegenden Fall. Er hat ihnen immer
gesagt, Geduld, Geduld, er baue ihnen eine neue, junge Mannschaft auf. Und
hat er nicht Wort gehalten? Ein Punkt fehlt zu einem Aufstiegsplatz. Wo
immer man hinkommt, sagen die Unterlegenen hinterher, das sei jetzt aber
das stärkste Team gewesen, gegen das sie gespielt hätten.
Martin Braun ist Pressechef des SC und hat im ersten Aufstiegsteam von 1993
gespielt. Er sieht das jetzige Team vielleicht sogar auf einem höheren
Niveau als das damalige. „Die spielen wahnsinnig guten Fußball“, sagt er.
Hat der Vorstand das Potenzial herausgekitzelt mit der Entscheidung, Finke
zu verabschieden? Oder ist es eine neue Meisterleistung des Trainers?
Heinrich Breit sitzt in seiner Kanzlei an dem Tisch, an dem der Vorstand im
Dezember tagte und später den Trainer „dazubat“, wie er sagt. Er war lange
Jahre kommunalpolitisch für die Grünen aktiv und ist entsprechend
gremiengestählt. Breit ist der Finanzchef des Klubs. Alle nennen ihn „Dr.
Breit“. Er redet darüber, wie man durch das völlig missglückte letzte
Bundesligajahr 2004/05 bis zu 7.000 Stammzuschauer verloren habe im
Vergleich zur letzten Zweitligasaison (2002/03). Was die verkorkste
Hinrunde dieses Jahr an TV-Einnahmen gekostet habe. Kurz: Der Vorstand habe
auch eine „zunehmend schwierige finanzielle Situation“ gesehen, „wenn man
am Konzept keine Abstriche machen will.“ Das Konzept sieht vor, dem Trainer
ein Gesamtvolumen an Personalkosten zur Verfügung stellen zu können, das
dem Durchschnitt der sechs potenziell besten Klubs der 2. Liga entspricht.
Damit will man dauerhaft in der Spitze der 2. Liga mitspielen und in guten
Jahren den Aufstieg schaffen und dann die 1. Liga möglichst lange halten.
Im Brief an die Mitglieder verweist der Vorstand auf die „zunehmenden
„Polarisierungen“, also die Pro- und Kontra-Finke-Lager, als eine der
„zentralen Ursachen“ für den Rausschmiss bzw. „die Nachfolgeregelung für
Volker Finke“, wie es offiziell heißt. Finkes Job, sagt Breit, sei es auch
zu gewährleisten, dass der sportliche Bereich auch unabhängig von seiner
Person funktioniere, so wie es seiner sei, dass man bei den Finanzen ohne
ihn auskäme, wenn das nötig sein sollte. „Wir sind nicht der SC Finke“,
sagt Breit und fügt an, „ich denke, da sind wir uns alle einig.“ Dass man
nicht der SC Finke sei, sagt er mehrfach. Vielleicht ist es sein Mantra.
Und nun die Fragen des Pro-Finke-Lagers: Wo gibt es Ansatzpunkte dafür,
dass der SC Freiburg ohne Finke jemals auch nur annähernd so erfolgreich
sein könnte wie durch ihn und mit ihm und in ihm? Warum sollte der neue
Trainer Robin Dutt, 42, mehr Dauerkarten verkaufen können als Finke, warum
sollte er überhaupt den Job besser machen? Dutt ist Regionalligatrainer bei
den Stuttgarter Kickers. Beste Platzierung bisher: Rang 8.
Stocker hatte es gemacht wie in alten Zeiten. Tipp gekriegt, angerufen, ein
Treffen ausgemacht. Zurück kam er mit dem bereits legendären Ausruf: „Der
Erste gleich ein Volltreffer.“ Ein Spiel von Dutts Team hat er nicht
gesehen. Dass das gegen die Abmachung mit Finke verstieß, gibt er zu. Der
sollte eigentlich „eingebunden“ sein in die Nachfolge. War er nicht, der
seinem Einfluss zugerechnete Manager Andreas Bornemann auch nicht, die
Finke-nahen Trainerkandidaten aus dem eigenen Haus wollte der Vorstand
explizit nicht. Unlängst ließ sich Dutt nach einer Kickers-Niederlage mit
dem Satz erwischen: „Ich lasse mir meinen guten Ruf nicht von den Spielern
kaputt machen.“ Einen Finkianer schüttelt es bei so was. Es ist undenkbar
in Finke-Land, dass ein Cheftrainer so mit Spielern umgeht oder umgehen
kann, wenn Talente weiter für weniger Geld nach Freiburg kommen sollen. Die
Unternehmenskultur war Voraussetzung für Erfolg, das haben nicht alle immer
verstanden.
Ist es denkbar, dass man sagt, dumme Sache, vergessen wir das alles,
steigen wir lieber auf und machen zusammen weiter? Nein, das wird
ausgeschlossen. Aber es gibt doch diese Sehnsucht: Alle liegen sich am
Saisonende glücklich und versöhnt in den Armen? Ja, ja, ja, diese Sehnsucht
sei ihm bekannt, brummt Volker Finke. Dann geht er wieder rüber zu seiner
Kaffeemaschine. Drüben angekommen, grinst er und sagt: „Es werden sich
Leute in den Armen liegen.“ Das ist doch ein Wort.
18 Apr 2007
## AUTOREN
(DIR) PETER UNFRIED
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