# taz.de -- Die Wahl in Berlin in Grafiken: So hat die Hauptstadt abgestimmt
       
       > Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus: Bei wie viel Prozent liegen die
       > Parteien? Welche Koalitionen wären möglich? Alle Ergebnisse auf einen
       > Blick.
       
       Am 26. September wählen die Berliner*innen ein neues Abgeordnetenhaus
       und stimmen über das „[1][Volksbegehren Deutsche Wohnen und Co. enteignen]“
       ab. Bei der letzten Wahl 2016 wurde die SPD stärkste Partei mit [2][21,6
       Prozent der Zweitstimmen]. Seitdem wird Berlin von einer Koalition aus SPD,
       Linken und Grünen regiert.
       
       Kann sich die rot-rot-grüne Koalition behaupten? Zumindest für die SPD und
       die Grünen sieht es recht gut aus für eine Regierungsbeteiligung. In den
       Umfragen liefern sie sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
       
       ## Wer sind die Spitzenkandidat*innen?
       
       Für die Grünen geht Bettina Jarasch ins Rennen. Sie war bereits bis 2016
       Landesvorsitzende der Grünen und kam dann im Dezember 2020 als
       Spitzenkandidatin zurück. [3][Im taz-Interview Ende August] hat sie sich
       Chancen für ihre Partei ausgerechnet, auf dem ersten Platz zu landen. Dabei
       erklärte sie auch, dass sie als regierende Bürgermeisterin Veränderungen
       anpacken würde, die für den Klimaschutz und die soziale Frage notwendig
       sind. Ein klarer Wink an Franziska Giffey, die für die SPD antritt. Die
       ehemalige Bezirksbürgermeisterin von Neukölln und Ex-Bundesministerin für
       Familie – seit Juni 2021 wegen einer Plagiatsaffäre nicht mehr Doktorin –
       gilt als konservativ und lehnt Enteignungen von Mietswohnungen ab. Damit
       macht sie sich in der Mieterstadt Berlin nicht nur Freund*innen.
       
       Anders Klaus Lederer, der wieder für die Linke antritt. Der Kultursenator
       und einzige Spitzenkandidat dieser Wahl, der aktuell ein Regierungsamt
       innehat, unterstützt den Volksentscheid.
       
       ## Welche Parteien liegen vorne?
       
       Laut Umfrageergebnissen Infratest dimap (17. September 2021) und der
       Forschungsgruppe Wahlen (23. September 2021) liegt die SPD vorne.
       Allerdings sind sich die Meinungsforschungsinstitute nicht einig darüber,
       wie knapp sie vor den anderen liegt. Während dimap die SPD bei 24 Prozent
       sieht, kommt sie bei der Forschungsgruppe Wahlen nur auf 22 Prozent – drei
       Punkte vor den Grünen. Die CDU erreicht bei beiden Instituten zwischen 16
       und 17 Prozent und wäre damit drittstärkste Kraft im Abgeordnetenhaus.
       
       Im Umfrageverlauf der Sonntagsfrage von Infratest dimap seit den letzten
       Wahlen zeigt sich, dass besonders die Grünen zwischen Mai 2018 und April
       2021 stark bei den Wähler*innen punkten konnten. Doch danach stürzten
       sie ab – von 27 Prozent im April 2021 auf nur noch 17 Prozent im Juni. In
       diesem Zeitraum wurde aber vor allem die SPD wieder stärker (von 17 auf 23
       Prozent). Die Linke, die als einzige Regierungspartei ohne große
       Schwankungen durch das erste Pandemiejahr kam, büßte vor allem von Mai bis
       Juni an Umfragewerten ein.
       
       Auch wenn die Umfrageergebnisse der Meinungsforschungsinstitute bei manchen
       Parteien stark voneinander abweichen, können sie sich doch auf eines
       einigen: die Grünen gewinnen. Mitte September 2021 sehen dimap und
       Forschungsgruppe Wahlen eine Steigerung von fast 3 bzw. fast 5
       Prozentpunkten im Vergleich zur letzten Wahl. Insa ist da etwas
       pessimistischer und sieht einen Zuwachs von lediglich knapp 2
       Prozentpunkten. Und auch drei Verlierer*innen stehen für die Institute
       in den Umfragen schon fest: die CDU, die Linke und die AfD.
       
       ## Welche Koalitionen wären möglich?
       
       Laut der Berliner Verfassung braucht das Abgeordnetenhaus mindestens 130
       Abgeordnete. Doch durch Überhangs- und Ausgleichsmandate ist die
       tatsächliche Anzahl der Abgeordneten, die nach der Wahl einziehen werden,
       noch nicht sicher. So besteht das Abgeordnetenhaus bisher aus 160
       Politiker*innen.
       
       Die Nachrichtenagentur dpa, Produzentin der hier dargestellten Grafiken,
       rechnet jedoch vereinfacht mit den 130 vorgeschriebenen Sitzen. In diesem
       Fall würde eine Koalition mindestens 66 Sitze benötigen, um die absolute
       Mehrheit zu bekommen. Rot-Rot-Grün könnte das laut den Umfragen von Mitte
       September schaffen. Doch auch andere Bündnisse wären möglich. Die SPD wirkt
       so, als wären ihr ihre alten Partner*innen vielleicht ohnehin zu links
       und zu grün – wie gut für die Sozialdemokrat*innen, dass auch Schwarz und
       Gelb eine Option sind.
       
       Sie wollen selbst herausfinden, welche Koalition rechnerisch möglich wäre?
       Wählen Sie die Parteien in unserem Koalitionsrechner aus. 
       
       ## Ja, aber was soll ICH denn wählen?
       
       Das kann Ihnen auch die taz nicht verraten. Allerdings sind wir in diesem
       Jahr eine Medienpartnerschaft mit der Bundeszentrale für politische Bildung
       eingegangen und können Ihnen deswegen an dieser Stelle den Wahl-O-Mat
       zeigen. Viel Spaß!
       
       Hinweis der Redaktion: Dieser Text wurde am 23.09.2021 um 11.00 Uhr auf
       taz.de veröffentlicht mit dem damaligen Stand der Umfragen vor der Wahl.
       Die taz aktualisiert Texte mehrmals im Vorfeld der Wahl, um Sie aktuell zu
       informieren. Zuletzt am 26.09.2021, 08.54 Uhr.
       
       Die Grafiken mit den Ergebnissen werden darüber hinaus laufend automatisch
       von der dpa aktualisiert und stellen immer die neuesten Zahlen darf.
       
       26 Sep 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Deutsche-Wohnen--Co-enteignen/!t5764694
 (DIR) [2] https://www.wahlen-berlin.de/wahlen/be2016/afspraes/zweitstimmen_gemeinde-1-berlin_gesamt.html
 (DIR) [3] /Gruene-Jarasch-ueber-Berliner-Wahlkampf/!5794582
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Johannes Drosdowski
       
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