# taz.de -- Der Irankrieg zieht wieder an
> Washington beschießt Iran, Teheran US-Ziele und Verbündete in der Region.
> Laut iranischen Staatsmedien wird dabei eine Hochzeitsgesellschaft
> getroffen; es gibt Tote
Iranische Staatsmedien berichteten, die USA hätten zivile Ziele an der
Südküste Irans bombardiert und unter anderem einen zivilen Flughafen
getroffen. Außerdem seien bei einem US-Angriff auf ein Wohnhaus in Kuhestak
im Süden des Landes, in dem gerade eine Hochzeitsfeier stattfand, fünf
Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder. Mindestens 68 weitere
wurden verletzt, wie der stellvertretende Gouverneur der Provinz Hormusgan,
Ahmed Nafissi, dem iranischen Staatsfernsehen sagte.
Aufnahmen der halbamtlichen iranischen Nachrichtenagentur Tasnim zeigten
mehrere Kinder, die nach dem Angriff in einem Krankenhaus der nahegelegenen
Stadt Minab behandelt wurden. Auf Bildern des Iranischen Roten Halbmonds
waren Rettungskräfte zu sehen, die ein beschädigtes Haus betraten. Zu sehen
war zudem ein Loch im Dach eines Hauses in einem dicht bebauten
Wohnviertel.
Diese Verbrechen würden nicht ungestraft bleiben, schrieb der Vorsitzende
des Ausschusses für nationale Sicherheit und Außenpolitik des iranischen
Parlaments, Ebrahim Asisi, auf der Plattform X. Centcom teilte mit, die
Berichte über zivile Opfer seien bekannt. Sprecher Tim Hawkins erklärte,
diese stammten von iranischen Staatsmedien. „Das US-Militär nimmt niemals
Zivilisten ins Visier, im Gegensatz zu den Revolutionsgarden“, sagte
Hawkins.
Nach einem Bericht der US-Zeitung New York Times wurde der Angriff mit
einem von der Firma Boeing produzierten Marschflugkörper durchgeführt. Die
britische BBC berichtete, dass sich etwa 130 Meter entfernt ein Funkmast
befunden habe, der ebenfalls von einem Angriff getroffen worden sei.
Die berichteten Angriffe sind Teil eines erneuten Schlagabtauschs zwischen
Iran und den USA. Dieser hatte nach Wochen trügerischer Ruhe am Sonntag
begonnen. Da griff das US-Militär iranische Stellungen in der Straße von
Hormus an, Iran reagierte mit Attacken auf US-Truppen in Jordanien. Seitdem
hält diese Welle des Krieges an.
Mit der Wiederaufnahme der Angriffe steigen auch die Ölpreise erneut an.
Die für Europa relevante Sorte Brent kostet derzeit rund 95 US-Dollar je
Barrel, ein Aufschlag von etwa 8 Prozent zur Vorwoche.
„Die Entwicklungen der letzten Tage haben die Risiken für die regionale
Ölversorgung wieder in den Fokus gerückt“, erläuterten die Analysten von
ING in einem Kommentar. Der Krieg zwischen den USA, Iran und zeitweise auch
Israel hat Öl in den vergangenen Monaten stark verteuert und Inflations-
und Zinssorgen geschürt. Ende April war der Brent-Preis in der Spitze auf
126 Dollar je Fass geklettert.
Durch die wichtige Meerenge von Hormus wurden vor Beginn des Konflikts Ende
Februar rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen
transportiert. „Solange es keine eindeutigen Beweise dafür gibt, dass
Verhandlungen zu einer dauerhaften Lösung führen können und dass die
normalen Ölströme durch die Straße von Hormus wiederkehren, dürfte die
Risikoprämie für Rohöl weiterhin hoch bleiben“, prognostizierte Priyanka
Sachdeva, Leiterin der Marktanalysen bei Phillip Nova. (ap, rtr,taz)
3 Sep 2026
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