# taz.de -- Corona in den USA: Trumps Hilfspaket blockiert
       
       > Das geplante Konjunkturpaket für die US-Wirtschaft gerät ins Stocken. Die
       > Demokraten wollen mehr Unterstützung für Arbeiter und Krankenhäuser.
       
 (IMG) Bild: Verspricht ein „enormes Paket“: US-Präsident Trump, hier mit dem US-Immunologen Anthony Fauci
       
       Washington dpa | Die Verhandlungen über ein Coronavirus- Konjunkturpaket in
       den USA in Höhe von mehr als einer Billion Dollar (900 Milliarden Euro)
       sind ins Stocken geraten. Die Demokraten im US-Senat blockierten das
       federführend von Republikanern erstellte Paket am Sonntagabend (Ortszeit)
       bei einer prozeduralen Abstimmung. Obwohl beide Seiten seit Freitag über
       die Details des Pakets verhandelten, gab es immer noch größere Differenzen.
       Die Republikaner und Finanzminister Steven Mnuchin hatten eigentlich für
       Montag mit der Verabschiedung des Konjunkturpakets gerechnet.
       
       Der führende Demokrat im Senat, Chuck Schumer, kritisierte, die Vorlage der
       Republikaner sehe zu viel Hilfen für bestimmte Industrien vor und zu wenig
       Unterstützung für Arbeiter, Krankenhäuser und Bundesstaaten. Er sei aber
       zuversichtlich, dass die Differenzen innerhalb der nächsten 24 Stunden
       gelöst werden könnten. „Wir können und wir sollten. Das Land verlangt es“,
       sagte Schumer. Der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell warf den
       Demokraten vor, trotz der landesweiten [1][Corona-Krise in den USA]
       Parteipolitik zu betreiben.
       
       Es blieb am Sonntagabend zunächst unklar, wie die Verhandlungen nun weiter
       laufen würden. Auch der genaue Umfang des Konjunkturpakets schien noch im
       Fluss – genannt wurden Summen von 1,4 Billionen bis zu 1,8 Billionen. Ein
       großer Teil davon sollten Kreditprogramme sein. Es wird wohl in jedem Fall
       das größte Konjunkturpaket der jüngeren US-Geschichte werden – auch teurer
       als die Notprogramme, die infolge der globalen Finanzkrise 2008/2009
       aufgelegt worden waren.
       
       Präsident Donald Trump zeigte sich von der Verzögerung zunächst
       unbeeindruckt. „Unser Konjunkturpaket wird durchgehen. Und es wird ein
       enormes Paket sein“, sagte Trump im Weißen Haus. Nach einer Verabschiedung
       im Senat wird auch noch das von Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus
       dem Paket zustimmen müssen.
       
       ## „Wir brauchen das Geld jetzt“
       
       Als Teil des Konjunkturpakets sollen die meisten Steuerzahler unter anderem
       einen Scheck über 1.200 US-Dollar bekommen, pro Kind soll es zusätzlich
       noch 500 US-Dollar geben. Allein für solche Direkthilfen sollten nach einer
       Vorlage des US-Finanzministeriums rund 500 Milliarden Dollar aufgewendet
       werden.
       
       Mit dem Konjunkturpaket soll auch kleinen und mittleren Unternehmen mit
       Krediten geholfen werden. Darüber hinaus sollten rund 100 Milliarden Dollar
       in den Gesundheitssektor fließen und angesichts drohender Entlassungen die
       Arbeitslosenhilfe deutlich verbessert werden. Auch für große Unternehmen
       wie den Luftfahrtkonzern Boeing soll es Kredite geben.
       
       Finanzminister Mnuchin betonte, nun sei schnelles Handeln nötig, um einen
       wirtschaftlichen Einbruch zu verhindern. „Wir brauchen das Geld jetzt“,
       betonte Mnuchin. Das genaue Ausmaß der wirtschaftlichen Verwerfungen der
       Coronavirus-Pandemie ist noch nicht absehbar. Viele Analysten befürchten
       inzwischen aber einen dramatischen Einbruch im zweiten Quartal und [2][eine
       Rezession] aufs ganze Jahr betrachtet. Erste Daten lassen auch angesichts
       der Ausgangsbeschränkungen in vielen Bundesstaaten einen rapiden Anstieg
       der Arbeitslosenquote befürchten.
       
       Trump hat bereits signalisiert, dass er auch zu weiteren Konjunkturpaketen
       bereit sei, falls das aktuelle nicht ausreichen sollte. In den USA wird im
       November gewählt und Trump bewirbt sich um eine Wiederwahl – eine Rezession
       käme ihm da wohl höchst ungelegen.
       
       Der Kongress hat in diesem Monat bereits zwei kleinere Pakete in Höhe von
       insgesamt gut 100 Milliarden US-Dollar beschlossen, mit dem die Folgen der
       Sars-CoV-2-Epidemie abgefedert werden sollen. In den USA gibt es inzwischen
       mehr als 30.000 bekannte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Rund
       400 Menschen sind gestorben.
       
       23 Mar 2020
       
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