# taz.de -- Corona-Aufregung in Berlin: Mediales Fieber
       
       > Das unbekannte Virus verunsichert die Menschen, insofern ist Information
       > gut. Nicht hilfreich ist hingegen die Sensationslust von Live-Tickern.
       
 (IMG) Bild: Nur keine Corona-Volte verpassen: Außenaufnahme der DRK-Klinik in Köpenik
       
       Unbekanntes verunsichert die meisten Menschen. Und im Fall des Coronavirus
       2019-nCoV ist das wahrscheinlich auch nur ein vernünftiger
       Überlebensinstinkt: Immerhin ist man gerade quasi live dabei, wie
       ForscherInnen versuchen, [1][dieses Virus zu verstehen], das offenbar zudem
       laut Virologen über recht intelligente Anpassungsstrategien an neue Wirte
       (uns Menschen) verfügt. Ein Impfstoff ist deshalb auch noch nicht in Sicht,
       weshalb lediglich die Symptome der Erkrankung – vom Schnupfen bis zur
       Lungenentzündung – behandelt werden können.
       
       Selbst das grundsätzlich stocknüchterne Robert-Koch-Institut findet
       „größtmögliche Wachsamkeit geboten“, und stellt geradezu empathisch fest:
       „Erkrankungen mit neuartigen Erregern sind sehr schwer einzuschätzen, und
       Neues macht eher Angst als bekannte Risiken (z. B. Influenza).“
       
       Es ist immer ein schmaler Grat zwischen Information der Bevölkerung und
       Panikmache. Natürlich ist es gut, wenn alle wissen, dass sie sich die
       [2][Hände waschen und Abstand halten sollen]. Natürlich ist es gut, wenn
       ein Virologe sein Corona-Wissen teilt, und die [3][evakuierten
       China-RückkehrerInnen] in einer Nacht- und Nebelaktion in die
       Quarantänestation im Köpenicker DRK-Klinikum zu bringen, wäre auch keine
       gute Idee. Tendenziell gilt: Wissen ist Macht, und je mehr man weiß, desto
       weniger ausgeliefert fühlt sich die AnwohnerIn der Köpenicker Klinik.
       
       Und dennoch: Müssen diese ganzen Liveticker zu Corona wirklich sein, wo
       beinahe in Echtzeit jeder Todesfall aus China dokumentiert wird („Jetzt
       schon mehr Todesfälle als bei Sars vor 17 Jahren“). Wenn als Schlagzeile
       aus einem eigentlich differenzierten Interview mit einem Wissenschaftler
       die Schlagzeile bleibt „Das Virus wird leichter übertragen als Sars“, dann
       wird unter dem Deckmantel der Information vor allem nach der Sensation
       gefischt. Das befeuert das mediale Corona-Fieber. Hilfreich ist es nicht.
       
       11 Feb 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Virusexperte-ueber-Corona-Gefahr/!5659531&s=sars/
 (DIR) [2] /Massnahmen-gegen-Coronavirus/!5660666&s=sars/
 (DIR) [3] /Corona-Virus-und-Berlin/!5659591&s=corona/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anna Klöpper
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Coronavirus
 (DIR) Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales
 (DIR) SARS
 (DIR) Schwerpunkt Coronavirus
 (DIR) China
 (DIR) Schwerpunkt Coronavirus
 (DIR) Schwerpunkt Coronavirus
 (DIR) Schwerpunkt Coronavirus
 (DIR) Schwerpunkt Coronavirus
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Corona in der EU: Völlig unvorbereitet
       
       In Sachen Corona-Bekämpfung agiert jedes EU-Land für sich. Eine gemeinsame
       europäische Strategie fehlt. Das könnte sich jetzt ändern.
       
 (DIR) Politische Folgen des Coronavirus: China tauscht Köpfe aus
       
       Wegen des Umgangs mit dem Coronavirus setzt China führende Funktionäre der
       Provinz Hubei ab. Die Zahl der Infizierten und Toten steigt weiter.
       
 (DIR) Infektionen mit Coronavirus: Arbeit nach Corona
       
       Alle bestätigten Coronavirus-Infizierten in Südbayern sind bei Webasto
       beschäftigt. In der Firmenzentrale wird die Arbeit wieder aufgenommen.
       
 (DIR) Corona-Virus und Berlin: Mangelware Mundschutz
       
       Deutsche Wuhan-Rückkehrer in Berlin sind nicht mit dem Coronavirus
       infiziert. Gesundheitssenatorin sieht keinen Grund zur Panik.
       
 (DIR) Coronavirus in Afrika: Die Gefahr droht nicht aus China
       
       In Industrieländern ist Panik wegen des Coronoavirus nicht angesagt.
       Berechtigte Sorge besteht aber dort, wo die Gesundheitsversorgung schlecht
       ist.
       
 (DIR) Virusexperte über Corona-Gefahr: „Wir unterschätzen die Verbreitung“
       
       Die Zahl der Neu-Infizierten könnte bald rückläufig sein, sagt der
       Epidemiologe Ian Lipkin. Er selbst befindet sich derzeit in Quarantäne.