# taz.de -- Autor von "2001: Odyssee im Weltraum": Arthur C. Clarke gestorben
       
       > Er hat seine Odyssee auf der Erde beendet: Der Science-Fiction-Autor,
       > nach dessen Roman Kubricks Filmklassiker "2001" verfilmt wurde, starb mit
       > 90 Jahren in Sri Lanka.
       
 (IMG) Bild: Arthur C. Clarke hat vorsichtshalber ein Haar von sich ins Weltall geschickt - man kann ja nie wissen.
       
       Mein Gedächtnis schwindet. Mein Gedächtnis lässt nach. Daran besteht kein
       Zweifel. Ich spüre es. Ich spüre es. Ich spüre es. Ich habe Angst." Kaum
       ein Filmtod ist so anrührend und zugleich so existenziell wie der des
       legendären Bordcomputers HAL 9000. Der Science-Fiction-Autor Arthur C.
       Clarke hat diesen sprechenden und emotionsgeladenen Computer, der ein nicht
       mehr kontrollierbares Eigenleben entwickelt, erfunden. Zu Kultstatus - und
       mit ihm sein Autor zu weltweiter Berühmtheit - gelangte er 1968 durch
       Stanley Kubricks Verfilmung "2001 - Odyssee im Weltraum", zu dem Clarke das
       Drehbuch lieferte.
       
       Die Vorlage ist eine moderne Parabel über eine Technik, die selbst zur
       Handelnden wird und den Menschen ablösen will. Mit ihr gab der 1917 in
       Somerset, Großbritannien, geborene Clarke den unzähligen philosophischen
       Visionen vom Umschlagen der instrumentellen Vernunft ihr populärkulturelles
       Gesicht. HAL 9000 war der Superstar unter den Maschinen, die, vom Menschen
       geschaffen, sich gegen den Menschen wenden.
       
       Mehr als 200 Bücher und Kurzgeschichten hat der studierte Mathematiker und
       Physiker Clarke seit den 1940er-Jahren geschrieben. In ihnen lotete er das
       utopische Potenzial des Fortschritts und dessen Schreckensbilder
       gleichermaßen aus. Wie kein anderer Autor verkörperte er dabei die
       eigentümliche Durchdringung von Imagination und Wissenschaft, auf der die
       Faszination für das Science-Fiction-Genre beruht. So spekulierte er 1945
       über die Möglichkeiten von Nachrichtensatelliten im Weltraum. In
       Wissenschaftskreisen wurde er dafür belächelt. Heute gelten seine Ansätze
       als Grundstein für das Telekommunikationsnetz, ohne das unser Alltag nicht
       mehr zu denken ist. Indes stammt von Clarke auch die Grundformel, dass
       fortschrittlicher Technik immer eine magische Dimension eigen sei. In
       diesem Sinne hat er zeitlebens an der Entzauberung wie auch an einer
       neuerlichen Verzauberung der modernen Welt mitgeschrieben.
       
       Ironie der Geschichte ist vielleicht, dass seine hochfliegenden Gedanken
       von der Unwichtigkeit der eigenen Körperlichkeit eines Besseren belehrt
       werden sollten. 1988 erkrankte Clarke an Kinderlähmung und verbrachte seine
       letzten Jahre im Rollstuhl.
       
       Mit seinem letzten Buch "3001 - Die letzte Odyssee" aus dem Jahr 1997
       hinterlässt er ein Untergangsszenario für das kommende Jahrtausend. An
       dessen Entzauberung wird er nicht mehr mitarbeiten können. Arthur C. Clarke
       ist am Dienstag in Colombo, Sri Lanka, wo er seit einem halben Jahrhundert
       lebte, im Alter von 90 Jahren gestorben.
       
       19 Mar 2008
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Wiebke Porombka
       
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