# taz.de -- Ausschreitungen nach Polizeigewalt in Chile: Beamter erschießt Straßenkünstler
       
       > In der Stadt Panguipulli tötet ein Polizist einen Jongleur. Bei
       > darauffolgenden Protesten werden Häuser in Brand gesetzt. Das brutale
       > Vorgehen des Beamten ist kein Einzelfall.
       
 (IMG) Bild: Auch das Rathaus in Panguipulli ging am Freitag in Flammen auf
       
       Panguipulli dpa | Nach tödlichen Schüssen eines Polizisten auf einen
       Straßenkünstler ist es im Süden von Chile zu heftigen Ausschreitungen
       gekommen. Insgesamt wurden zehn öffentliche Gebäude in Panguipulli
       beschädigt, wie die Zeitung La Tercera am Samstag berichtete.
       
       Unter anderem steckten Demonstranten am Freitag das Rathaus der Stadt in
       Brand, wie in einem vom Radiosender Cooperativa veröffentlichten Video zu
       sehen war. Zuvor hatten sie bereits Barrikaden errichtet und eine
       Polizeiwache mit Steinen angegriffen. Die Polizei setzte Tränengas und
       Wasserwerfer ein.
       
       Ein Beamter hatte auf einer Kreuzung im Zentrum der Stadt einen Jongleur
       erschossen, der sich einer Kontrolle widersetzte. Nach zwei Warnschüssen
       war der junge Mann auf den Polizisten zugestürmt, der daraufhin das Feuer
       eröffnete. Dabei hatte der Jongleur drei säbelartige Gegenstände in der
       Hand, die er bei seiner Show benutzte.
       
       Ricardo Valdivia, Panguipullis Bürgermeister, äußerte [1][laut der Webseite
       des US-Senders CTV News] gegenüber dem Radiosender Cooperativa sein
       Bedauern über den Tod des jungen Jongleurs. „Ich hoffe, dass der
       Gerechtigkeit Genüge getan wird“, fügte er hinzu.
       
       In einer Erklärung verteidigte die Polizei wiederum das Vorgehen ihres
       Beamten gegen den Jongleur. Der schießende Beamte habe in „legitimer
       Selbstverteidigung“ gehandelt, „um sein Leben zu schützen“.
       
       Der Polizist wurde jedoch festgenommen. Die Staatsanwaltschaft leitete
       Ermittlungen ein. Das Innenministerium wies die Polizei an, bei der
       Untersuchung des Vorfalls zu kooperieren. Wegen ihres oft brutalen
       Vorgehens geraten die sogenannten Carabineros – die uniformierte Polizei
       Chiles – immer wieder in die Kritik. Ende 2019 kamen bei heftigen Protesten
       gegen die Regierung mehr als 30 Menschen ums Leben, Hunderte wurden
       verletzt. [2][Menschenrechtsorganisationen forderten strafrechtliche
       Ermittlungen gegen die Polizeiführung].
       
       6 Feb 2021
       
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