# taz.de -- DER RECHTE RANDWARUM „DIE DEUTSCHEN KONSERVATIVEN“ ZUR WAHL ANTRETEN: Kandidatur als Selbstzweck
       
       Ihr Wahlziel benennen „Die Deutschen Konservativen“ ganz offen: Es ist die
       Kandidatur selbst. Am Tag der Europawahl am 25. Mai können die Wähler in
       Hamburg auch die Bezirksparlamente neu bestimmen. In Hamburg-Nord treten
       die „Konservativen“ mit einer eigenen Liste an, der Landeswahlleiter hat
       den „unabhängigen“ Verein um seinen Vorsitzenden Joachim Siegerist
       zugelassen.
       
       Auf der Webseite führen die „Konservativen“ ihre Motivation klar aus: Man
       müsse „mindestens alle vier Jahre einmal zur Wahl antreten, um ihren
       steuerrechtlichen Status als ‚unabhängige Wählervereinigung‘ zu
       verteidigen“. Nicht um Mandate also geht es, sondern ums Geld. Damit könnte
       eine Frage beantwortet sein, über der das politische Milieu rechts von
       CDU/CSU seit Jahren brütet: Was will Siegerist? Der gründete 1986 die
       „Konservative Aktion Deutschlands“, die er später in „Die Deutschen
       Konservativen“ umbenannte. Gleichwohl sind die Feindbilder dieselben
       geblieben, auch das macht die Internetseite deutlich: das Spektrum von SPD
       über Grüne bis zur Linken.
       
       Über ihre Webpräsenz vertreiben die „Konservativen“ auch das Deutschland
       Magazin, in eigenen Worten „eine scharfe Waffe gegen Rote und Grüne“.
       Ebenfalls zu bestellen sind Broschüren mit Titeln wie „Die blutigen Ikonen
       der Grünen“ oder „Antifaschismus –der geistige Bürgerkrieg“ oder die
       Schrift „Sarrazin … und er hat doch Recht“. Autor Peter Helmes
       veröffentliche regelmäßig „Kommentare zu Themen“, die in den Medien „gar
       nicht besprochen oder verzerrt dargestellt“ würden.
       
       Nach eigenen Angaben stehen die „Konservativen“ mit ihren über „40.000
       Anhängern“ im „täglichen Kampf gegen die Linken und die linken Medien“.
       Große Ansagen liegen Siegerist: In Bremen trat er 2007 mit der Initiative
       „Bremen muss leben“ zur Bürgerschaftswahl an. Siegerist versprach über 20
       Prozent – und erzielte 1,6 Prozent.
       
       Hinweis: ANDREAS SPEIT arbeitet als freier Journalist und Autor über die
       rechte Szene nicht nur in Norddeutschland
       
       3 Apr 2014
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) ANDREAS SPEIT
       
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