# taz.de -- Nazi-Mode muss weg
> RECHTE KLAMOTTEN Ein Laden in Hannover darf nach einem Gerichtsurteil
> keine Mode des bei Neonazis gefragten Labels Thor Steinar mehr verkaufen
Das Amtsgericht Hannover hat einem Geschäft den Verkauf der Marke Thor
Steinar am Dienstag verboten. Der Bundesgerichtshof stufe die Kleidung
wegen ihrer Beliebtheit bei Rechtsradikalen als bedenklich ein, führte das
Gericht aus. Deswegen habe die Eigentümergemeinschaft des Gebäudes, in dem
sich das Ladenlokal befindet, einen Anspruch darauf, dass dort keine
Kleidung der Marke angeboten wird. Durch den Verkauf sei es zu
Demonstrationen und Farbbeutelattacken gekommen, was eine Störung des
Eigentumsrechts der übrigen Miteigentümer ist. Bundesweit urteilten
Gerichte bei Klagen gegen Thor-Steinar-Läden bislang unterschiedlich.
Schon die Vermietung des Ladens hätte die Eigentümerin vom Hausverwalter
genehmigen lassen müssen. Da dies nicht erfolgte, müsse die Eigentümerin
die rechtswidrige Nutzung beenden, befand das Gericht. SPD und Grüne
begrüßten die Entscheidung.
Die Mieterin selber wurde verurteilt, vor den Schaufenstern angebrachte
Plexiglasscheiben zu entfernen, die sie dort wegen der absehbaren Proteste
aus Sicherheitsgründen hatte montieren lassen. Die Scheiben stellten eine
bauliche Veränderung dar, die ohne die Genehmigung der
Eigentümergemeinschaft angebracht wurden.
In Glinde bei Hamburg scheiterte ein Vermieter indes mit einer
Räumungsklage. Der Betreiber des Ladens hatte in den Vertragsunterlagen
ausdrücklich die Modemarke und auch mögliche Demonstrationen vor dem Laden
erwähnt. (dpa/taz)
11 Mar 2015
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