# taz.de -- Aktivist*innen legen Verkehr lahm
> Umweltgruppen blockieren Straßen, um zur Verkehrsministerkonferenz auf
> fehlenden Klimaschutz aufmerksam zu machen
Begleitet von Protestaktionen an Autobahnen und Bundesstraßen hat am
Donnerstag die turnusgemäße Frühjahrskonferenz der Verkehrsminister von
Bund und Ländern begonnen. Die zweitägigen Beratungen unter Vorsitz Bremens
laufen im Format einer Videokonferenz. Beschlüsse werden erst für Freitag
erwartet.
Umweltaktivisten seilten sich am Donnerstagvormittag auf Autobahnen in
Niedersachsen und Bremen von Schilderbrücken ab, um für mehr Klimaschutz
und eine Verkehrswende zu demonstrieren. Betroffen waren nach
Polizeiangaben unter anderem die A1 am Dreieck Stuhr und die A28 bei
Delmenhorst sowie die A27 östlich vom Bremer Kreuz. Man wolle darauf
aufmerksam machen, dass die Verkehrspolitik in Deutschland direkt in die
Klimakatastrophe führe, teilten die Organisatoren mit.
An der A28 bei Delmenhorst seilten sich Aktivisten von einem Autobahnschild
ab und ersetzten es durch Transparente mit der Aufschrift „Dreieck
Verkehrskollaps“ und „Delmenhorst autofrei! Delmenhorst klimagerecht!“.
Dort wurde die Aktion gegen halb elf beendet. Die Autobahn sei in dem
Bereich gesperrt worden und die Aktivisten hätten mit Hilfe einer
Drehleiter der Feuerwehr die Schilderbrücke verlassen, sagte ein Sprecher
der Polizei Delmenhorst.
Bei der Verkehrsministerkonferenz (VMK) geht es auch um den Dauerstreit
über die Novelle der Straßenverkehrsordnung (STVO). Sie erwarte bei dem
Thema Fortschritte, sagte die VMK-Vorsitzende und Bremer Verkehrssenatorin,
Maike Schaefer (Grüne). In dem Streit geht es um eine eigentlich schon im
Frühjahr 2020 beschlossene Änderung der STVO und des Bußgeldkatalogs mit
deutlich schärferen Strafen unter anderem für zu schnelles Fahren. Wegen
eines Formfehlers wurde der Vollzug des neuen Bußgeldkatalogs aber außer
Kraft gesetzt. Im Februar hatten Bund und Länder Bereitschaft signalisiert,
„unter bestimmten Bedingungen“ eine Findungskommission auf den Weg zu
bringen.
Die Bremer Handelskammer empörte sich über die Aktionen, die sie der Gruppe
„Extinction Rebellion“ zuordnete. Sie hätten damit „den Wirtschaftsverkehr
großflächig lahmgelegt und dadurch zu erheblichen Schäden für viele
Unternehmen in der Region geführt“, hieß es in einer Pressemitteilung. „Es
ist daher völlig inakzeptabel, dass sich die Mobilitätssenatorin von dieser
Aktion nicht distanziert, sondern – im Gegenteil – deren Forderungen
öffentlich begrüßt.“ Es könne nicht sein, „dass den ohnehin in der
Coronakrise gebeutelten Unternehmen durch solche Aktionen zusätzlicher
Schaden zugefügt wird.“ (dpa/taz)
16 Apr 2021
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