# taz.de -- Affären des Ehepaars Sarkozy: Liebesgezwitscher
       
       > Frankreichs Präsident Sarkozy soll fremdgehen - mit seiner
       > Umweltstaatssekretärin. Und First Lady Carla ebenso - mit dem Chansonier
       > Benjamin Biolay. Soso.
       
 (IMG) Bild: Wie im Märchen? Carla und ihr "Nico"
       
       Frankreich klatscht heftig über sein Präsidentenpaar. First Lady Carla
       Bruni soll angeblich mit dem Musiker und Komponisten Benjamin Biolay
       flirten. Wie lautete doch der Titel des Albums, das sie 2009 mit Biolay im
       Studio aufnahm? "Comme si de rien nétait" - "Wie wenn nichts wäre" Der
       Präsident dagegen finde Trost bei seiner Staatssekretärin für Umweltfragen
       und französische Gruppen-Karatemeisterin, Chantal Jouanno.
       
       Den Spekulationen sind keine Grenzen gesetzt, doch niemand weiß etwas
       Konkretes. Wenn dann ausgerechnet am Mittwoch Carla Bruni in einem
       Fernsehinterview bei SkyNews versichert, ihr Mann würde sie nie im Leben
       betrügen, und sie selbst habe die Vorzüge der Monogamie entdeckt, tönt das
       als Dementi schon fast verdächtig. Ihr Leben sei dank Nicolas Sarkozy wie
       ein "Märchen", sagt sie.
       
       Begonnen hat alles mit einer Anspielung auf Anspielungen. Da sagte eine
       Fernsehjournalistin von i-tele, etwas überraschend, am Ende ihres Beitrags
       über die Umweltstaatssekretärin Jouanno, man wisse nicht, ob Präsident
       Sarkozy Zeit gefunden habe, seiner sportlichen Mitarbeiterin zum
       Karate-Meistertitel zu gratulieren. Im darauf folgenden Beitrag war von den
       zwei Musikertrophäen "Les Victoires" die Rede, die Biolay am Abend zuvor
       bei der im Fernsehen übertragen Preisverleihung erhalten hatte. Und Carla
       Bruni-Sarkozy sei die Erste gewesen, die ihn herzlich beglückwünscht habe.
       Ein Journalist, der wohl beweisen wollte, dass er zwei und zwei
       zusammenzählen kann, schrieb dann auf Twitter. "Benjamin Biolay, das ist
       doch der Typ, der …" Ja, genau.
       
       Das ist alles etwas mager als Beweis für einen handfesten Eheskandal, aber
       im Grunde genommen reicht vielen der bloße Verdacht. Auf jeden Fall hat
       dieses Gerücht bewiesen, wie schnell heute dank Internet unüberprüfte und
       womöglich auch unüberprüfbare Gerüchte anonym zirkulieren und ein
       derartiges "Buzz" (Internetgetratsche) auslösen, dass am Ende auch die
       traditionellen Medien nicht darum herumkommen, das Thema aufzugreifen.
       Vielleicht hatte Sarkozy nur noch ein Vorwand gefehlt, um das Internet zu
       filtern?
       
       11 Mar 2010
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Rudolf Balmer
       
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