# taz.de -- 21 Niederlagen
Wismar: Die AfD-Kandidatin unterlag in der Stichwahl mit 31,8 Prozent dem
SPD-Kandidaten. Die demokratischen Parteien unterstützten am Ende den
Sozialdemokraten, die AfD-Kandidatin galt als unbekannt und unerfahren.
Schwerin: Die AfD-Kandidatin war in der ersten Runde ausgeschieden, wohl
auch, weil sie in der Vergangenheit Skandale produziert hatte. Der
Wahlgewinner der CDU gilt als bodenständig und etabliert.
Ueckermünde: Der AfD-Kandidat landete mit 10,6 Prozent nur auf Platz 4,
davor nur Parteilose, von denen ein Fliesenleger die Wahl gewinnt. Parteien
spielten keine Rolle, auch nicht die AfD.
Anklam: Der AfD-Kandidat unterlag mit 27,9 Prozent dem langjährigen,
parteilosen Amtsinhaber. Der ist breit vernetzt, legte einen aufwändigen
Wahlkampf hin. Der AfD-Mann blieb blass, lebte auch nicht vor Ort, sondern
in Greifswald.
Zerbst: Der AfD-Mann unterlag mit 17,8 Prozent dem langjährigen
SPD-Amtsinhaber deutlich. Letzterer gilt als bürgernah und fleißig, ist
viel unterwegs – der AfD-Kandidat war weithin unbekannt, seine Partei vor
Ort zerstritten.
Gommern: Der AfD-Kandidat unterlag in der Stichwahl mit 12,9 Prozent dem
parteilosen Amtsinhaber. Der AfDler hat eine kriminelle Vergangenheit und
ist selbst innerhalb der AfD umstritten.
Huy: Der AfD-Kandidat scheiterte mit 10,4 Prozent im ersten Wahlgang.
Wahlsieger wurde ein parteiloser Polizist mit Verwaltungserfahrung, der
seit jeher im Ort lebt. Der AfD-Mann ist Zugezogener aus Hessen, unerfahren
in der Verwaltung und wenig bekannt.
Wilsdruff: Der AfD-Kandidat unterlag mit 24 Prozent dem bisherigen
Vizebürgermeister, einem CDU-Mann, der als Parteiloser antrat und
Kontinuität und Erfahrung versprach. Der AfD-Mann, ein Handwerker, hat
keine Verwaltungserfahrung, war selbst in der eigenen Partei umstritten.
Die Lokalpresse berichtete über Social-Media-Kommentare von ihm zu
Pornoinhalten.
Lossatal: Der AfD-Kandidat landete im zweiten Wahlgang mit 19,3 Prozent auf
dem dritten Platz. Gewinner wurde ein CDU-Mann, der als Ortsvorsteher breit
bekannt und als Teamleiter im Jobcenter in der Verwaltung erfahren war.
Rodewisch: Der AfD-Kandidat unterliegt mit 36,1 Prozent der erfahrenen
Amtsinhaberin der CDU, die als Parteilose antrat, als Anpackerin gilt und
mit Frauenpolitik punktete – und damit auch der AfD Paroli bot.
Fraureuth: Der AfD-Kandidat unterlag einem Parteilosen mit 31,2 zu 68,8
Prozent. Der neue Bürgermeister leitete zuvor über 20 Jahre lang das
Hauptamt und warb mit Sanierungen von Parks und Sporthallen. Der AfD-Mann,
ein Metallbauer aus dem Gemeinderat, hatte laut Lokalpresse keine Ideen.
Uckermark: Der umtriebige AfD-Kandidat griff die CDU-Amtsinhaberin mit
Großplakat als Merkel-Imitat an. Die ließ den Angriff ins Leere laufen,
setzte auf einen Kompetenzwahlkampf – und wurde von FDP bis Linkspartei
unterstützt. Sie gewann die Stichwahl mit 60 zu 40 Prozent.
Oberspreewald-Lausitz: Die AfD-Kandidatin unterlag trotz prominenter
Unterstützung aus der Parteispitze in der Stichwahl mit 46,4 Prozent –
gegen den von allen Demokraten unterstützten CDU-Kandidaten und bisherigen
Sozialdezernenten.
Spree-Neiße: Die AfD-Kandidatin unterlag knapp mit 48,5 Prozent dem
CDU-Kandidaten, im ersten Wahlgang hatte sie noch mit rund 12
Prozentpunkten vorn gelegen. Bei der Stichwahl entschieden sich unter
anderem die Wähler von SPD und der Linken den CDU-Mann zu wählen. Die AfD
focht die Briefwahl an – erfolglos.
Elbe-Elster: Der AfD-Kandidat war überraschend nicht in die Stichwahl
gekommen, die Wahl gewann schließlich ein parteiloser Einzelbewerber,
gelernter Maler, der seine Überparteilichkeit betonte.
Drebkau: Der AfD-Kandidat unterlag mit 27 Prozent deutlich dem Amtsinhaber,
der CDU-Mitglied ist, aber als Einzelbewerber antrat und seit 8 Jahren
schon Bürgermeister der Gemeinde ist.
Erkner: Der AfD-Kandidat erreichte die Stichwahl nicht. Die machten eine
SPD-Kandidatin und der parteilose Amtsinhaber unter sich aus, der
schließlich auch im Amt bestätigt wurde.
Forst: Der AfD-Kandidat unterlag mit 41,2 Prozent der parteilosen
Amtsinhaberin, die als verlässlich und durchsetzungsstark gilt. Sie hatte
vor der Wahl Rückendeckung durch den Ex-Bürgermeister von Forst bekommen,
ein Mann der SPD.
Nordwestuckermark: Der AfD-Kandidat war im ersten Wahlgang nur auf Platz
3 gelandet und somit nicht in die Stichwahl gekommen. Die Wahl gewann eine
Parteilose, die in der Region aufgewachsen ist und seit 25 Jahren in der
Stadtverwaltung Prenzlau arbeitete.
Petershagen/Eggersdorf: Der AfD-Kandidat landete mit 16,4 Prozent auf Platz
drei. Die Bürger:innen entschieden sich für das Bekannte und wählten den
bisherigen parteilosen Bürgermeister erneut.
Kraftsdorf: Der AfD-Kandidat unterlag mit 28,9 Prozent in der Stichwahl.
Zum Bürgermeister wurde ein parteiloser Ex-Richter gewählt, der breite
Unterstützung in der Stadt genießt.
9 May 2026
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