# taz.de -- Elke Sommer ist gestorben: Lebensweg Richtung Hollywood
> Die Schauspielerin Elke Sommer ist gestorben. Ihre Karriere verband das
> Glamouröse mit dem Bodenständigen. Ihr Image als Sexsymbol amüsierte sie
> selbst sehr.
(IMG) Bild: Elke Sommer im Jahr 2019
afp | Sie drehte mit Paul Newman, Peter Sellers oder Dean Martin, war
Schauspielerin, Sexsymbol und Verkörperung des deutschen Fräuleinwunders in
einem: Elke Sommer, deutsche Schauspielerin, ist in ihrem Haus in Hollywood
gestorben, wenige Tage vor ihrem 86. Geburtstag. Das berichtete die
Bild-Zeitung unter Berufung auf Freunde Sommers.
„Wenn man einmal ein Hollywood-Star war, dann bleibt man das ein Leben
lang“, sagte Sommer einmal in einem Interview. Einen Teil ihrer Zeit
verbrachte sie im kleinen Marloffstein in Franken, den anderen Teil in Los
Angeles in den USA. Die gegensätzlichen Wohnorte waren eine bewusste
Entscheidung und passten auch zum Charakter Sommers – hier das
Bodenständige, dort das Glamouröse – so lässt sich auch ihr Lebensweg gut
zusammenfassen.
Die letzten Lebensmonate lebte die Schauspielerin allerdings ausschließlich
in den USA. Medienberichten zufolge entschieden sie und ihr vierter Ehemann
Wolf Walther sich dazu, weil dort seine Krebserkrankung besser behandelt
werden konnte. Im Juli war der Hotelier verstorben – Sommer konnte damit
auch selbst loslassen. „Der liebe Gott soll mich nehmen, wenn mein Mann
mich nicht mehr braucht“, hatte sie schon vor einem Jahr der Bunten gesagt.
## Erster Schritt zur Karriere
Sommer kam am 5. November 1940 in [1][Berlin-Spandau] unter ihrem
Geburtsnamen Elke von Schletz als einzige Tochter eines evangelischen
Pfarrers aus einem alten Adelsgeschlecht zur Welt, sie ist qua Geburt
Baroness. 1942 wurde die Familie in der Fränkischen Schweiz in Sicherheit
gebracht.
Als ihr Vater starb, war Elke 15 Jahre alt – ein großer Schock für das
junge Mädchen, das fortan sein Leben selbst in die Hand zu nehmen
versuchte. Sie brach das Gymnasium ab und ging mit 17 als Au-pair-Mädchen
nach London, wo sie auch eine Sprachschule abschloss.
Als Belohnung fuhr die Mutter mit Elke nach Viareggio. Die Tochter gewann
in dem italienischen Badeort einen Schönheitswettbewerb, der erste Schritt
zur Filmkarriere. Ein Regisseur sah in der Zeitung ihr Foto und engagierte
sie für eine Filmproduktion in Rom. Von nun an nannte sie sich Sommer.
Nach dem ersten Film erregte sie auch die Aufmerksamkeit deutscher
Produzenten. Ihre erste große Hauptrolle spielte Sommer 1961 in „Das
Mädchen und der Staatsanwalt“.
Der Film erhielt etliche Preise und wurde auch in die USA verkauft – und
Sommer bekam in Erlangen einen ganz besonderen Anruf. „Möchten Sie einen
Film mit Paul Newman drehen?“, habe der Anrufer aus den USA gefragt,
erzählte sie später. Für ihre Rolle in „Der Preis“ erhielt sie später den
Golden Globe als beste Newcomerin des Jahres. Mit Newman soll sie bis zu
dessen Tod 2008 befreundet gewesen sein – so wie mit Peter Sellers, mit dem
sie in der „[2][Pink Panther]“-Reihe spielte und der sie sogar heiraten
wollte.
## Image als Sexsymbol
Dass Sommer ihren Lebensmittelpunkt für viele Jahre in den USA hatte, lag
aber nicht nur an der beruflichen Karriere. Trotz mancher Erfolge unter
ihren rund hundert Kinofilmen, einiger Anerkennung als Theaterdarstellerin
und auch vielen Fernsehauftritten wie in der [3][„Muppet Show“] blieb der
ganz große Durchbruch aus. Vielmehr blieb Sommer zunächst auch wegen ihrer
1964 geschlossenen Ehe mit dem Journalisten Joe Hyams in den USA. 1981
wurde die Ehe geschieden.
Als Leidenschaft neben der Schauspielerei trat für Sommer immer mehr die
Malerei in den Mittelpunkt. Über ihr Image als Sexsymbol musste Sommer aber
regelmäßig schmunzeln. „Es hat mich auch amüsiert, denn ich bin ja ein
Sexsymbol, das in seinem Leben gerade mal vier Männer hatte“, sagte sie
einmal der Bunten.
29 Oct 2026
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