# taz.de -- China plant Exportkontrollen: Pekings Handelsfallen
> Das Ziel von Präsident Xi Jinping ist es, China möglichst autark und den
> Rest der Welt möglichst abhängig zu machen. Die geplanten
> Exportkontrollen sind Teil davon.
(IMG) Bild: Mehr Kontrolle wer was bekommt, eine Machtdemonstration
Zwischen dem, was die chinesische Staatsführung sagt und was sie
tatsächlich tut, liegen oftmals Welten. Besonders frappierend sind die
Gegensätze, wenn es um die nationale Sicherheit geht. So betont der
Parteivorsitzende Xi Jinping gegenüber einem internationalen Publikum
mantraartig, dass China für Offenheit und technologische Zusammenarbeit
steht. Doch gleichzeitig verschärft der 73-Jährige nun erneut
[1][Exportkontrollen auf weitere 40 Schlüsseltechnologien].
In Europa sollte diese Doppelzüngigkeit aufhorchen lassen. Peking hat seit
Jahrzehnten westliche Unternehmen zum [2][Technologietransfer] gedrängt und
schottet sich nun, da es selbst in manchen Bereichen mit Innovation voraus
ist, systematisch ab. Gleiches Spiel beim sogenannten De-Risking: Peking
prangert die EU dafür an, dass es seine Abhängigkeiten gegenüber China
reduzieren möchte – wohl wissend, dass die chinesische Parteiführung
dasselbe umgekehrt als allererste Weltmacht bis zum Exzess verfolgt.
Es ist kein Geheimnis, dass man im Regierungsviertel Zhongnanhai
Lieferketten und Industriefertigkeit vor allem als politisches
Machtinstrument betrachtet. Die Strategie, die Xi Jinping bereits seit
vielen Jahren verfolgt, zielt darauf ab, die eigene Volkswirtschaft
möglichst autark zu gestalten und den Rest der Welt möglichst abhängig von
chinesischen Produkten zu machen.
Wann immer es zu politischen Spannungen kommt oder sich ein Handelskrieg
abzeichnet, setzt Peking seine Trümpfe taktisch gezielt als
Verhandlungsmasse ein. Das prominenteste Beispiel sind wohl [3][Seltene
Erden], bei deren Verarbeitung China unverändert de facto ein Monopol hält.
Doch auch bei grünen Technologien hat die chinesische Führung die
Zusammenarbeit immer wieder an Bedingungen verknüpft.
In Brüssel und Berlin sollte man sich dieser Vorgehensweise sehr klar sein:
China möchte insbesondere westliche Staaten zu Bittstellern degradieren,
die nur dann auf Augenhöhe kooperieren dürfen, wenn sie die Vorgaben
Pekings erfüllen.
19 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.handelsblatt.com/politik/international/china-neue-exportkontrollen-fuer-schluesseltechnologien-geplant/100263058.html
(DIR) [2] /Kooperation-mit-Wissenschaft-in-China/!5852282
(DIR) [3] /Seltene-Erden/!6080658
## AUTOREN
(DIR) Fabian Kretschmer
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