# taz.de -- Die Wahrheit: Mann und Hund
> Neues aus Neuseeland: In Aotearoa werden auch nach dem „Herrn der Ringe“
> große Hollywood-Spielfilme gedreht – zuletzt: „Eiserne Wildnis“.
Schon im Kino gewesen, um Brad Pitt in „Eiserne Wildnis – Heart of the
Beast“ zu sehen? Spoiler alert: Das Survival-Drama voller Testosteron,
Tierliebe und Trauma spielt zwar in Alaska, wurde aber auf Neuseelands
Südinsel gedreht. Egal, dass die amerikanische Armee darin abgefeiert wird:
Wir sind fast so stolz wie vor 25 Jahren, als Aotearoa dank „Herr der
Ringe“ in Mittelerde verwandelt wurde.
Brad Pitt spielt in dem Ein-Mann-Epos einen US-Veteranen, der allein in der
Wildnis ums Überleben kämpft. Alles, was Outdoor-Herzen höher schlagen
lässt, ist dabei: Lagerfeuer, Buschmesser, Camouflageshirt,
Beinaheertrinken und ein Knochenbruch. Blut, Tränen, Adrenalin, Schlamm.
Bei der Tortur in der Natur wird unser Held vom ausrangierten Militärhund
Odin begleitet, seinem treuen Freund aus Kriegstagen.
Die Dreharbeiten waren brutal, ließ der Schauspieler später durchblicken –
auch wenn die Wälder, Täler und Flüsse in Otago und Fiordland „bezaubernd
und atemberaubend“ waren. An einem Tag war er zwölf Stunden eiskalt und
nass, ohne Wohnwagen zum Umziehen, da der Drehort in den Bergen so entlegen
war. Einmal rutschte er fast von einer Klippe. All das habe ihn an seine
Jugend in den Ozarkbergen in Missouri erinnert.
## Neuer Kiwi-Star in Hollywood
Doch vergesst Pitt – wir haben einen neuen Kiwi-Star in Hollywood. Da
unsere strikten Quarantänebestimmungen das Einfliegen eines
Odin-Darstellers verhinderten, wurde ein einheimischer Schäferhund namens
Uber für die Rolle angeheuert. Sein Zuchtname ist Mako von Heisenberg. Vor
seiner Entdeckung war er als Such- und Rettungshund der Bergwacht im
Einsatz und daher Hubschrauberlärm wie Befehle gewohnt.
Eine zwölfköpfige Crew kümmerte sich während der Dreharbeiten ums Training
und Make-up von Uber-Odin und checkte, dass seine Beinprothese und
verdreckte Militärweste mit Erste-Hilfe-Päckchen richtig saßen. Nach
typisch neuseeländischer Art wurde die ganze Familie mit eingespannt: Ubers
echte Söhne Hondo, Sika und Riker durften als Stunt-Doubles mitspielen. Von
Affären am Set ist jedoch nichts bekannt.
Gegen so viel Strahlkraft aus Hirtenhundeaugen kann ein anderes Filmwerk
aus unserem Land schwer mithalten. Auf Netflix lief diesen Monat die
siebenteilige Serie „East of Eden“ an. Die Britin Florence Pugh spielt in
der Verfilmung des John-Steinbeck-Klassikers die Hauptrolle. Mit ihr fielen
700 internationale Darsteller und Filmschaffende in den kleinen Küstenort
Oamaru ein, dessen pittoreske Kalksteinfassaden als Jahrhundertwendekulisse
dienten.
Ganz Oamaru wirkte mit, wo es konnte, von Köchen bis Komparsen. Vorige
Woche gab es eine Vorführung von „East of Eden“ für die ganze Stadt. Und
der Reiseführer „Lonely Planet“ hat die Region Waitaki und die nächste
Stadt Dunedin unter den 25 besten Plätzen der Welt gelistet. Es hat lange
gedauert, aber das wird das nächste Hobbiton.
15 Oct 2026
## AUTOREN
(DIR) Anke Richter
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