# taz.de -- Energiegesetze doch noch nicht im Bundestag
       
       > Die Verhandlungen von Union und SPD über das EEG und das
       > Netzanschlusspaket dauern an. Die Verabschiedung wird verschoben
       
       Von Anja Krüger
       
       Die umstrittenen Energiereformen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina
       Reiche (CDU) werden anders als ursprünglich geplant nicht mehr in dieser
       Woche vom Bundestag verabschiedet. Das sagte eine Sprecherin der
       SPD-Bundestagsfraktion auf taz-Anfrage. Union und SPD konnten sich bislang
       nicht auf gemeinsame Fassungen verständigen. Wann die Verabschiedung nun
       erfolgen soll, ist derzeit unklar. „Wir wollen uns schnellstmöglich
       einigen“, sagte die Sprecherin nur.
       
       Zurzeit verhandeln SPD und Union über die Novellierung des
       Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG) und das sogenannte Netzanschlusspaket.
       Die Erneuerbaren-Branche, Klimaschützer:innen und die demokratische
       Opposition lehnen die Gesetzentwürfe aus dem Hause Reiche weitgehend ab,
       weil sie ein Ausbremsen der Energiewende fürchten. Am vergangenen Freitag
       hatten nach Veranstalterangaben rund 8.000 Demonstrant:innen im
       Berliner Regierungsviertel gegen zentrale Punkte der Novellierung
       protestiert, die etwa ein Ende der festen Einspeisevergütung für
       Solaranlagen auf Dächern vorsieht.
       
       Ein Punkt, in dem sich Union und SPD offenbar noch nicht einig sind, ist
       der sogenannte Redispatchvorbehalt. Dabei soll die Entschädigung für
       Betreiber:innen etwa von Windrädern massiv eingeschränkt werden, wenn
       die Anlagen wegen fehlender Netzkapazitäten abgestellt werden. Damit sind
       die Erträge der Anlagen nicht mehr kalkulierbar, sodass die Finanzierung
       gefährdet ist, sagen Kritiker:innen.
       
       Zumindest beim EEG besteht erheblicher Zeitdruck. Das derzeitige Gesetz
       läuft zum Jahresende aus. Die Novellierung muss von der EU-Kommission
       genehmigt werden. Geschieht das nicht rechtzeitig, können ab Januar keine
       neuen Projekte mehr begonnen werden, warnt die Erneuerbaren-Branche. Dann
       drohe ein „Fadenriss“ für die Energiewende.
       
       13 Oct 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anja Krüger
       
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