# taz.de -- Wieder mal die Wärmepumpe
> Wo die Fernwärme nicht hinreicht, soll es die Wärmepumpe richten. Als
> erstes Bundesland will Hamburg so Habecks Heizungsgesetz wieder einführen
Von André Zuschlag
Als der frühere grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck Ende September in
der Talkshow bei Caren Miosga saß, wollte er nicht mehr von der „bekloppten
Wärmepumpe“ sprechen. Zu sehr verfolge ihn das Gerät noch immer, obwohl er
längst aus der Politik ausgeschieden ist. Habeck nahm das Wort dann
trotzdem ein paar mal noch in Mund. So, wie das bei vielen
Hamburger:innen schon bald auch wieder der Fall sein dürfte: Hamburgs
regierende Koalition von SPD und Grünen will als erstes Bundesland das von
CDU, FDP und Springer-Verlag verhasste Habeck’sche Heizungsgesetz, dessen
Kern der Umstieg möglichst vieler Eigentümer:innen auf die Wärmepumpe
war, auf Landesebene wiederbeleben.
Das Zauberwort, mit dem das möglich wird, ist „Länderöffnungsklausel“. Seit
Juli gilt bundesweit das [1][Gebäudemodernisierungsgesetz]. Das von der
schwarz-roten Bundestagskoalition verabschiedete Gesetz löst das frühere
Heizungsgesetz ab. Nun können sich alle Eigentümer:innen wieder munter
neue Öl- und Gasheizungen ins Haus bauen lassen – auch wenn das
mittelfristig extrem teuer werden könnte: Ab 2045 dürfen diese Heizungen
nur noch mit teuren klimafreundlichen Biokraftstoffen befeuert werden,
schon vorher steigt der vorgegebene Anteil in Stufen.
Das alte Gesetz regelte dagegen die schrittweise Abkehr von Öl und Gas,
indem es zur Vorgabe machte: Neu eingebaute Heizungen müssen zukünftig zu
65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden – also beispielsweise
mit Strom aus Solar- und Windkraftwerken, womit sich die Wärmepumpe zur
gängigen Lösung dieser Vorgabe entwickelt hätte. Hinzu erlaubte schon das
Gesetz den Ländern, dafür geltende Fristen vorzuziehen, wenn sie von sich
aus strengeren Klimaschutz betreiben wollen. In der Entstehung des neuen
Gesetzes im Frühjahr hatten Hamburg und weitere Länder darauf gedrängt,
[2][diese von der Bundes-CDU eigentlich abgelehnte Länderöffnungsklausel zu
erhalten – mit Erfolg. ]
Der rot-grüne Senat arbeitet deshalb aktuell an der Ausgestaltung einer
solchen Vorgabe, gab die grüne Klima- und Umweltsenatorin Katharina
Fegebank im September bekannt. In den kommenden Wochen sollen die konkreten
Eckdaten vorgestellt werden, wie die mit Habecks „bekloppter“ Wärmepumpe
forcierte Wärmewende in Hamburg erhalten bleiben soll. Denn in den dicht
besiedelten Teilen der Stadt setzt der Senat zwar vor allem auf den Ausbau
der Fernwärme. Doch je weiter es raus aus der Stadt geht bis in die teils
dörflich geprägten Stadtteile an den Grenzen zu Schleswig-Holstein und
Niedersachsen, wird der Ausbau des Wärmenetzes kaum mehr bezahlbar. Damit
es mit [3][der Klimaneutralität bis 2040] gelingt, müssen Wärmepumpen in
diesen „dezentralen Gebieten“, wie Rot-Grün sie nennt, dann die derzeit
noch laufenden Öl- und Gasheizungen ersetzen.
Während die schwarz-rote Koalition im Bund im Zuge ihrer Reform gleich auch
noch die Förderung für den Umstieg auf Wärmepumpen drosselte, kündigte der
Hamburger Senat an, an seiner 2025 eingerichteten zusätzlichen Förderung
festhalten zu wollen: Die 20 Prozent, die es in Hamburg zusätzlich zur
Bundesförderung gibt, sollen erhalten bleiben.
10 Oct 2026
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## AUTOREN
(DIR) André Zuschlag
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