# taz.de -- das medienhaus an der friedrichstraße: Kriegt man aus dem Herzen nicht mehr raus
       
       > Mit einer Hall of Fame würdigen wir die KollegInnen, die nicht mehr unter
       > uns leben. Sie markiert den Beginn unserer Mühe, niemanden zu vergessen
       
 (IMG) Bild: 17. April 1984: taz-Gruppenfoto vor dem damaligen taz-Sitz in der Weddinger Wattstraße
       
       Von Jan Feddersen
       
       Der frühere taz-Geschäftsführer Karl-Heinz („Kalle“) Ruch sagte einmal beim
       Blick auf die Festgemeinde zu irgendeinem Abschied: „taz – das kriegt
       niemand aus der Wolle raus.“
       
       Es waren nämlich, ich kann das vielfach bezeugen, sehr oft selbst ehemalige
       taz-Menschen bei diesen sozialen Anlässen dabei. Kolleginnen und Kollegen,
       die seit Langem in anderen Unternehmen arbeiten. Die taz, da hatte Kalle
       Ruch recht, das war für die meisten, die für sie, mit ihr und in ihr
       arbeiteten, keine Jobgeberin allein, sondern eine Art Familie. Und die
       steckt einem ja auch, oft allen Schwüren in jugendlicheren Zeiten zum
       Trotz, in der Haut, stärker eingeschrieben, wie es selbst ein Tattoo nicht
       vermag.
       
       Die taz als eine Art lebensprägende Familie beruflicher Art: Das war unser
       Blick auf dieses Zeitungshaus, das sich nicht allein nur auf
       konzernunabhängigen Journalismus versteht, sondern eben auch als
       sozial-kulturelle Plastik, als inzwischen zwei bis drei Generationen
       übergreifende Angelegenheit von Medienpräsenz, die sich in die meisten
       KollegInnen eingeschrieben hat und, Gruß an die Jüngeren!, es weiter
       vermag.
       
       Es gibt inzwischen zwei taz-Chroniken. Eine stammt aus den Neunzigern, eine
       andere aus den nuller Jahren, die sich der journalistischen
       Unternehmensgeschichte widmeten. Das taz-Archiv trägt das Seine dazu bei,
       dass die Vergangenheiten (im Plural, es gibt ja mehr als eine Perspektive)
       unseres Hauses bewahrt bleiben. Auf einem Friedhof in Schöneberg gibt es
       seit wenigen Jahren eine Grabstelle für die Verstorbenen und ihre
       Angehörigen, die in diesem Kreis ihre letzte Ruhe finden können. Im
       Panoramaraum des taz-Hauses ist seit vorigem Jahr das legendäre Fahrrad des
       taz-Mitgründers Hans-Christian Ströbele als Erinnerungsskulptur
       eingerichtet worden – wie es auch im Treppenhaus zwischen Parterre und
       erstem Stock die Bibliothek des früheren taz-Redakteurs Christian Semler
       als eine Erinnerungsstätte gibt.
       
       [1][Neu begründet haben wir jetzt eine „Hall of Fame“ der taz], einen
       digitalen Erinnerungsort für unsere verstorbenen WeggefährtInnen. Begonnen
       haben wir als Team – neben dem Autor dieser Zeilen die taz-lab-Kollegin
       Mareike Barmeyer, Manuel Schubert aus der Marketingabteilung und Isabel
       Lott aus der Fotoredaktion – mit zunächst einem knappen Dutzend Menschen,
       denen wir mit Arbeit und Leben sehr verbunden waren. Es folgen im Laufe der
       nächsten Monate weitere KollegInnen aller Abteilungen, nicht allein der
       redaktionellen, sondern auch aus dem Verlag, dem taz-Shop, der
       Genossenschaft, der taz panterstiftung, Le monde diplomatique und auch
       jenen Menschen, die in den Regionalteilen unserer Zeitung arbeiteten, in
       Hamburg, Bremen und (eine kurze Zeit) dem Ruhrgebiet. Getragen wird das
       Projekt von der taz-Genossenschaft und ihrem Geschäftsführer Ferenc
       Földesi. Wir danken allen, die uns behilflich waren und bleiben.
       
       Haben Sie Wünsche, wen wir mit würdigen mögen? Schreiben Sie uns:
       [2][halloffame@taz.de].
       
       10 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /halloffame
 (DIR) [2] /halloffame@taz.de
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jan Feddersen
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA