# taz.de -- Politisches Panel der Geno-Versammlung: Worte des Widerstands
> Eine Podiumsdiskussion am Nachmittag der taz Genossenschaftsversammlung
> 2026 mit CSD-Organisatorin Rachel Hanf und Max Schneller gewährt
> Einblicke in den ostdeutschen Widerstand gegen rechte Kräfte.
(IMG) Bild: Genoss*innen am taz Stammtisch schmieden den Widerstand gegen Rechts
[1][taz Genossenschaft] | Zwei Särge stehen in der Garage von [2][Rachel
Hanf], sinnbildlich für die sterbende Demokratie. Sie stammen von einem
alten Theaterprojekt. Für den Fall, dass die AfD auch bei den
Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern die Mehrheit holen sollte, wolle
sie damit vor dem Landtagsgebäude demonstrieren, erzählt sie am späten
Samstagnachmittag auf der Bühne des Festsaals Kreuzberg. Inzwischen lässt
sich sagen: Die Särge werden wohl zum Einsatz kommen.
„Wetten, dass die Demokratie gewinnt?“ Das war das Motto, unter dem die
Berichterstattung der taz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und
Mecklenburg-Vorpommern lief. Nach den Wahlergebnissen mit fast 44 Prozent
für die AfD in Sachsen-Anhalt und über 38 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern
gilt es, den Fokus neu auszurichten.
Unter dem Motto „Wetten, dass Widerstand?“ fand deswegen auf der
taz-Geno-Versammlung ein Gespräch mit zwei jungen Menschen statt, die genau
diesen Widerstand leisten: Rachel Hanf, 20, und Max Schneller, 17. Die
Moderation übernahm [3][Anne Fromm], Ressortleiterin [4][Reportage und
Recherche].
## Erstmal durchatmen
Rachel Hanf – Buzzcut, markante Brille, grauer Blazer – organisiert in
Mecklenburg-Vorpommern Christopher Street Days, vergangenes Jahr in
Grevesmühlen, dieses in Wismar. Ihre Motivation: „Ich versuche, denen eine
Stimme zu geben, die keine haben oder nicht wissen, wie sie lauter werden
können.“
Max Schneller, der nicht so wirkt, als wäre er erst 17 Jahre alt, wurde
bekannt, weil er sich bei einer Querdenker-Demo öffentlich hinstellte und
widersprach. Seitdem engagiert er sich in den [5][sozialen Medien unter dem
Namen maximal.demokratisch] für die Demokratie. Auch in der [6][taz hat er
seine Perspektive aufgeschrieben].
Für ihn sei der Erfolg der AfD bei der Landtagswahl in seiner Heimat
Sachsen-Anhalt ein Schock gewesen. In der Woche nach der Wahl habe er alle
Termine abgesagt. „Ich musste erst mal durchatmen“, sagt er. „Uns war
bewusst, dass die AfD stark wird, aber nicht, dass sie so stark wird.“
## Nazis im Anzug
Das Ergebnis sei aber nicht das Versagen der Zivilgesellschaft. Er wünscht
sich von den demokratischen Parteien eine klarere Haltung, Stichwort
Brandmauer. „Die Brandmauer ist doch kein Projekt, sie ist eine Haltung“,
sagt er. Für ihn gibt es eine klare Linie: „Mit Nazis spricht man nicht.“
Damit meine er die Nazis im Anzug und ergänzt: „Auf die Leute, die AfD
wählen, auf die sollte man zugehen.“ Auch Hanf hält es für wichtig, gerade
mit der Jugend ins Gespräch zu kommen. „Die AfD ist die stärkste Kraft,
weil sie ihre Opferrolle gut verkaufen kann“, sagt Schneller.
Und weil man ihnen immer wieder die Bühne dafür gebe. „Warum lädt man die
Leute auch in Talkshows ein?“, fragt er. Dadurch mache man sie erst
salonfähig. Stattdessen brauche es mehr positive Beiträge im Netz, die
Demokratieprozesse zeigen. „Zeigt nicht ständig irgendeinen Hans-Jürgen,
der demokratiefeindliche Scheiße sagt.“
## Haltung muss lauter sein als Angst
Die größte Herausforderung für die Zivilgesellschaft in Sachsen-Anhalt und
Mecklenburg-Vorpommern dürfte sein, in Zukunft finanzielle Mittel
einzutreiben, sind sich beide einig. „Am Staatshaushalt hängen sämtliche
Vereine, Initiativen und Beratungsstellen dran.
Die müssen Gewissheit haben, um sich weiter organisieren zu können“, sagt
Schneller. „Dass man pleite ist, kann in einem Fingerschnips passieren“,
ergänzt Hanf, die selbst miterlebt hat, wie ein von ihr betreutes
Kulturwohnzimmer geschlossen werden musste.
Am Ende geht es auf dem Podium darum, dass trotz der Wahlergebnisse die
großen Demonstrationen ausbleiben, wie es sie zum Beispiel 2024 nach den
Enthüllungen des geheimen Treffens in Potsdam gab. „Die Menschen sind
müde“, meint Schneller und Hanf ergänzt: „Die Menschen sind nicht nur müde
von all dem Engagement und Aktivismus, sie haben auch Angst, auf die Straße
zu gehen.“
Auch Hanf und Schneller hätten Angst, erklären beide. Die Angst sei zwar
berechtigt, aber man dürfe sich nicht von ihr leiten lassen, meint
Schneller, denn: „In diesen Zeiten muss Haltung lauter sein als Angst.“
Applaus vom Publikum.
🐾 Mehr über die Genossenschaftsversammlung 2026 erfahren Sie [7][hier].
25 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] /genossenschaft/die-taz-in-besten-haenden/!v=45dd710a-25d1-45d5-bcf5-fce24b72cbf2/
(DIR) [2] https://www.instagram.com/hanfrachel/?hl=de
(DIR) [3] /Anne-Fromm/!a243/
(DIR) [4] /Gesellschaft/Reportage-und-Recherche/!p5265/
(DIR) [5] https://www.instagram.com/maximal.demokratisch/?hl=en
(DIR) [6] /Antifaschismus-in-Sachsen-Anhalt/!6204731
(DIR) [7] /genossenschaft/genoversammlung-2025/!v=4508d911-8f16-4a0a-a4fc-f1f9aab66739/
## AUTOREN
(DIR) Anna Simbürger
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