# taz.de -- UN-Weltbildungsbericht: Zahl der Kinder ohne Schulbildung wächst
> Die Unesco schätzt die Zahl der Kinder ohne Schulbildung für 2024 auf 273
> Millionen. Globale Bildungsgerechtigkeit ist damit bis 2030 nicht mehr zu
> erreichen.
(IMG) Bild: Ein Klassenzimmer in Madagaskar, trotz Schulpflicht gehen viele Kinder nicht zur Schule
epd | Das von den UN ausgerufene Ziel einer globalen Bildungsgerechtigkeit
bis zum Jahr 2030 wird nach aktuellen Erkenntnissen nicht mehr erreicht.
[1][Seit dem Jahr 2015] sei weltweit die Zahl der Kinder und Jugendlichen
gestiegen, die keine Schule besuchen, teilte die
[2][UN-Bildungsorganisation Unesco] am Dienstag in Berlin [3][bei der
Vorstellung der deutschsprachigen Kurzfassung] des [4][diesjährigen
Weltbildungsberichts] mit. Im Jahr 2024 lag die Zahl der betroffenen Jungen
und Mädchen demnach bei 273 Millionen. Das sei der siebte Anstieg in Folge
und ein Zuwachs von 3 Prozent im Vergleich zu 2015.
Das bedeute, dass im Durchschnitt etwa jeder sechste Minderjährige oder
Heranwachsende auf der Welt vom Bildungswesen ausgeschlossen sei, heißt es
in dem Bericht mit dem Titel „Zugang und Chancengerechtigkeit“. Zudem
dürfte die tatsächliche Zahl der Jungen und Mädchen, die keine Schule
besuchen, noch höher liegen, wenn man Datenlücken berücksichtigt.
Vermutlich liege sie noch um „mindestens 13 Millionen höher“.
## Mehr Anmeldungen bei den Grundschulen
Gleichwohl gibt es den Angaben zufolge auch positive Entwicklungen. So
verzeichne die Zahl der Anmeldungen für Grundschulen weltweit einen
deutlichen Zuwachs. Mit 1,4 Milliarden Schülerinnen und Schülern im Jahr
2024 stieg die Zahl der Anmeldungen gegenüber 2000 um 30 Prozent. Die
Länder hätten zudem ihren politischen Ansatz in Sachen
Bildungsgerechtigkeit und Inklusion grundlegend gewandelt, hieß es. Die
Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Serap Güler (CDU), sagte: „Der
Weltbildungsbericht zeigt, dass Fortschritte möglich sind, wenn wir
langfristig investieren und besonders diejenigen in den Blick nehmen, die
bislang benachteiligt sind.“
## Ziel der Bildung für alle rückt in weite Ferne
Bei den derzeitigen Raten werde man möglicherweise niemals allen Lernenden
den Abschluss der Sekundarschule ermöglichen können, heißt es weiter.
Demnach würde es bis zum Jahr 2105 dauern, ehe eine Abschlussquote von 95
Prozent für die obere Sekundarstufe erreicht wäre. Zugleich zeige sich,
dass langfristige Investitionen, inklusive Bildungspolitik und die gezielte
Unterstützung benachteiligter Gruppen den Zugang zu Bildung und den
Bildungserfolg insgesamt verbessern können. Chancengerechtigkeit sollte
deshalb Leitprinzip der Bildungspolitik sein.
Der Bericht wirft auch einen Blick auf die Bildungssituation in
Deutschland. Demnach verfügten im Jahr 2024 gut drei Viertel (76 Prozent)
der Menschen zwischen 20 bis 24 Jahren über mindestens einen Abschluss der
oberen Sekundarstufe. Das war im Vergleich zum Jahr 2000 ein Anstieg von
gut einem Prozentpunkt. Zugleich hat sich aber der Abstand zum
EU-Durchschnitt von 4 Prozentpunkten im Jahr 2002 auf 9 Punkte im Jahr 2024
vergrößert. Unter den fünf bevölkerungsreichsten EU-Mitgliedstaaten weise
Deutschland mittlerweile den niedrigsten Anteil an Jugendlichen mit
mindestens einem Abschluss der oberen Sekundarstufe auf.
## Präsidentin der Unesco-Kommission sieht „Weckruf“
Als „Weckruf“ bezeichnete Maria Böhmer, die Präsidentin der Deutschen
Unesco-Kommission, den Weltbildungsbericht. „Wir müssen mehr tun für die
Chancengerechtigkeit.“ Mit dem Startchancen-Programm und früher Förderung
gehe Deutschland „einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung“.
22 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Unesco-Bericht/!5049744
(DIR) [2] /Unesco-und-Waldsiedlung-Zehlendorf/!6198652
(DIR) [3] https://www.unesco.de/themen/bildung/weltbildungsbericht/
(DIR) [4] https://www.unesco.org/gem-report/en
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