# taz.de -- Streitpunkt Künstliche Intelligenz: Die Zukunft der taz ist anfechtbar
       
       > Die taz präsentiert auf der Genossenschaftsversammlung ihre Ideen für die
       > Zukunft. Beim Thema KI gibt es Kritik von einem taz-Urgestein.
       
 (IMG) Bild: Die Genossin zum Umgang der taz mit KI: „Guter Journalismus lebt auch von einer eigenen Sprache.“
       
       [1][taz Genossenschaft] | Dass die wochentaz ihren Leser:innen gefalle,
       sei kein Wunder, sagte Jonas Waack vergangenen Samstagnachmittag im
       Berliner Festsaal Kreuzberg auf der taz-Geno-Versammlung. „Denn sie ist
       wirklich sehr gut“, fügte der wochentaz-Entwickler grinsend hinzu. Die
       Genoss:innen im Saal lachten herzhaft über das kleine Selbstlob, während
       Waack über die Zukunft der Zeitung referierte.
       
       Aus der Redaktion und Gesprächen mit Leser:innen habe er auch Kritik an
       der Printzeitung mitgenommen: zu viele Meinungsformate, ein erschlagendes
       Politikbuch, das inzwischen fehlende Inhaltsverzeichnis, eine zu geringe
       Onlinepräsenz. Deswegen werde es im Herbst eine Evaluation durch
       persönliche Interviews und eine Umfrage geben. Die Ergebnisse werde die
       Redaktion in Arbeitsgruppen auswerten, um die wochentaz „noch besser“ zu
       machen, erklärte er.
       
       Zum ersten Mal vor seinen Genoss:innen stand an diesem Nachmittag Ferenc
       Földesi, der im Februar die Leitung der taz Genossenschaft übernommen
       hatte. Zuvor hatte er die Bundesgeschäftsstelle der Grünen geführt. Er sei
       zur taz gekommen, weil sie Gemeinschaft schaffe, sagte Földesi, und freute
       sich über die inzwischen über 26.100 Mitglieder der Genossenschaft. Deren
       Kapital sei in diesem Jahr um fast 1,1 Millionen Euro gestiegen.
       
       ## Zukunftsthema KI
       
       Földesi hofft, dass diese Zahl bis Jahresende auf 1,5 Millionen ansteigt.
       Das könne ohne große Kampagnen gelingen, meinte er. Weil es so viele
       Genoss:innen gebe, denen Demokratie und der unabhängige taz-Journalismus
       so viel bedeute. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos: „Demokratie.
       Getragen von Vielen“.
       
       Auch soll die taz endlich zusätzlich zur E-Paper-App eine News-App
       bekommen, die die Website der taz spiegelt und somit immer aktuell ist. Für
       die ist Jan Jasper Kosok verantwortlich. Über 70 Prozent der
       Onlineleser:innen besuchten inzwischen taz.de über ein mobiles
       Endgerät, erklärte er.
       
       Gerade Jüngere wünschten sich einen bequemen Zugriff direkt über eine App
       statt umständlich über den Browser. Ein genaues Datum zum App-Start gibt es
       aber noch nicht. Es sei aber für Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres
       geplant, so Kosok. „Was ich aber versprechen kann, wenn sie kommt, dann
       kommt sie richtig.“
       
       Dann ging es noch um ein weiteres Zukunftsthema: KI. Auch die taz werde an
       der künstlichen Intelligenz nicht vorbeikommen, sagte Chefredakteurin
       Barbara Junge. Bisher nutze die taz KI eher zurückhaltend, zum
       Transkribieren, Übersetzen oder für die Vorlesefunktion.
       
       ## „Guter Journalismus lebt von einer eigenen Sprache.“
       
       Eine taz-interne Umfrage habe allerdings gezeigt, dass die meisten
       Mitarbeiter:innen unabhängig davon schonmal KI-Anwendungen für die
       Arbeit genutzt hätten. Angesichts dessen, so Junge, müsse die taz einen Weg
       zur KI finden, ansonsten finde die KI einen Weg zur taz. Aber: „Unser
       Journalismus muss auf jeden Fall aus unseren Köpfen kommen.“
       
       Aktuell suche man nach einem geeigneten Chat-Modell. CO2-Bilanz und
       Unabhängigkeit von US-Konzernen spielten dabei eine Rolle. Zum Schluss
       meldete sich taz-Mitgründerin Vera Gaserow zu Wort. Sie sei aufschreckt,
       als Junge von einem Grenzfall im Umgang mit KI sprach und erwähnt wurde,
       man könne KI darum bitten, einen vorformulierten Satz eleganter zu
       schreiben: „Da bin ich wirklich alarmiert.“ So etwas solle in der taz
       blockiert werden, lautet ihre klare Haltung.
       
       „Guter Journalismus lebt auch von einer eigenen Sprache.“ Nach den
       aktuellen KI-Leitlinien der taz sind Formulierungshilfen erlaubt.
       
       🐾 Mehr über die Genossenschaftsversammlung 2026 erfahren Sie [2][hier].
       
       25 Sep 2026
       
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 (DIR) Pascal Maier
       
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