# taz.de -- was für eine woche: „Angeblich für Vielfalt sein, aber Trachten verbieten, ist wenig überzeugend“
Marlene Thaler
Spätestens ab dem 19. September, zum Start des Oktoberfestes, tummeln sich
in München wieder Dirndl und Lederhosen. Eine Bar in der Trachtenmetropole
untersagte schon gut eine Woche vor Anstich mit einem Schild den Eintritt
in entsprechender Kleidung. Auf ihrem Instagram-Account argumentiert sie,
ein Ort der Vielfalt zu sein und nicht profitorientiert. Nach dem Motto,
die Bar könne es sich leisten, auf Konsumierende in Tracht zu verzichten.
Angeblich für Vielfalt zu sein, aber Trachten zu verbieten, finde ich wenig
überzeugend. In den Kommentaren bricht eine Diskussion aus.
Es folgt Post zwei, in dem es heißt, die Trachtler:innen hätten beim
Eintreffen schon einige Maß intus und würden deshalb nichts konsumieren.
Also doch nicht so desinteressiert am Profit? Ja, eine Bar will überleben.
Aber warum dann vorgeben, nicht auf ausreichend Konsum angewiesen zu sein?
Sie hätten auch keine Lust, eine von Trachtler:innen vollgekotzte Bar zu
putzen. Erst mal verständlich.
Auf dem Oktoberfest erscheinen aber bei Weitem nicht alle in Tracht. Die
Bar vollkotzen können also alle, ob in Tracht oder eben nicht.
19 Sep 2026
## AUTOREN
(DIR) Marlene Thaler
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