# taz.de -- Festnahme nach Stromnetz-Anschlägen: Polizei nimmt Autor der Bekennerschreiben fest
> Der 48-Jährige, der sich zu mehreren Anschlägen auf Kraftwerke bekannt
> hat, ist festgenommen worden. Die Polizei fand ihn nahe des Kraftwerks in
> Weisweiler.
(IMG) Bild: Polizeieinsatz am Montag beim Kraftwerk Weisweiler
dpa/epd/afp/taz | Nach einer Reihe von Sabotage-Angriffen auf das deutsche
Stromnetz hat die Polizei den 48-jährigen Tatverdächtigen festgenommen.
Einsatzkräfte der Polizei Köln hätten den Mann aus Gevelsberg
(Ennepe-Ruhr-Kreis) am Dienstagvormittag im Umfeld des Kraftwerks
Weisweiler im rheinischen Eschweiler gestellt, teilte die Kölner Polizei
mit. Der Mann hatte bei seiner Festnahme weitere Sprengmittel dabei und
leistete keinen Widerstand.
Das [1][Kraftwerk Weisweiler] wird mit Braunkohle betrieben, die in einem
benachbarten Tagebau abgebaut wird. Es stand seit Jahren immer wieder in
der Kritik von Klimaaktivist:innen, die das Kraftwerk [2][auch mal
blockiert] haben.
In unmittelbarer Nähe fanden Polizisten zudem ein im Unterholz
aufgestelltes Zelt, das mit weiteren Sprengladungen versehen war. Die
Gegenstände wurden zunächst durch einen Entschärfer des Landeskriminalamtes
NRW begutachtet. Gegen den 48-Jährigen besteht ein Haftbefehl der
Staatsanwaltschaft Cottbus.
Zuvor hatte die Polizei ebenfalls in der Nähe des Kraftwerkes ein weiteres
Bekennerschreiben gefunden – zusammen mit mehreren Abschussvorrichtungen an
einer Hochspannungsleitung. Zum Inhalt hatte die Polizei aus
ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen wollen.
Der jetzt Festgenommene hatte in mehreren Bekennerschreiben detaillierte
Informationen zu seinem Vorgehen niedergeschrieben. [3][Das erste war bei
der taz eingegangen.] Der Verfasser benannte darin als Motivation für die
Tat in Jänschwalde die Nutzung fossiler Brennstoffe, die „unermessliches
Leid“ verursachen würden, ohne dies aber weiter auszuführen.
Er soll an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen
versucht haben, mit selbstgebauten Raketen einen dünnen Draht über
Hochspannungsleitungen zu schießen und so einen Kurzschluss auszulösen.
In mindestens zwei Fällen gelang der Plan des Täters. In Bergheim westlich
von Köln waren dadurch mehrere Blöcke eines Kraftwerks für einige Tage
lahmgelegt worden. In Brandenburg hatte es am Umspannwerk Turnow-Preilack
nahe dem Kraftwerk Jänschwalde zwei Kurzschlüsse gegeben. Mehr als 20
selbst gebaute Raketen sollen dort leitfähiges Material auf die
Hochspannungsleitungen geschossen haben. Einen Stromausfall gab es bei den
beiden Taten nicht.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Cottbus war am Freitag die Wohnung des
Verdächtigen in Gevelsberg im Ruhrgebiet durchsucht worden. Kurz darauf
[4][fanden Ermittler das Fahrzeug des 48-Jährigen beim Hambacher Forst] bei
Düren und beschlagnahmten Beweismittel. [5][Der Mann selbst war aber nicht
gefunden worden].
Blitze und Knallgeräusche
Während der Suche in Weisweiler seien am Montagabend gegen 21.00 Uhr auch
Blitze zu sehen und Knallgeräusche zu hören gewesen, berichtete die
Polizei. Womöglich könnten diese auf einen erneuten Kurzschluss an den
Stromleitungen hindeuten. Schäden seien bislang aber nicht festgestellt
worden, teilte die Polizei mit.
Eigentlich hatten Einsatzkräfte das Gebiet in Weisweiler schon vergangene
Woche mit großem Aufwand abgesucht. Ob die nun entdeckten
Abschussvorrichtungen und der Bekennerbrief damals übersehen wurden oder ob
der Täter sie erst kürzlich dort installiert hat, sagten die Ermittler auf
Nachfrage nicht.
Nach dem erneuten Fund waren die Einsatzkräfte am Dienstag wieder mit einem
Großaufgebot vor Ort. Entschärfer des Landeskriminalamts standen bereit,
falls weitere Abschussvorrichtungen gefunden werden sollten. Auch eine
Drohne mit Wärmebildkamera war im Einsatz.
8 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Weisweiler
(DIR) [2] /Prozess-wegen-Kraftwerksblockade/!5647784
(DIR) [3] /Bekennerschreiben-zu-Anschlag-in-Jaenschwalde-aufgetaucht/!6209920
(DIR) [4] /Polizei-findet-Truck-des-Verdaechtigen-am-Hambacher-Forst/!6210358
(DIR) [5] /Grosseinsatz-im-Hambacher-Forst-nach-Bekennerschreiben-Wo-versteckt-sich-Daniel-V/!6210659
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