# taz.de -- was für eine woche: „Wer andere aus der ‚Hängematte‘ schubst, darf nicht im Strandkorb sitzen“
Stefan Hunglinger
Dass sich Philipp Amthor einen Strandkorb gönnt, ist voll okay. Seine
Mutter hat im Callcenter gejobbt, ihr Sohn hat sich hochgearbeitet, er
liebt Einstecktücher. Na und? Das gestreifte Ding auf der
Kanzleramtsterrasse, das die Doku „[1][Inside CDU]“ jetzt zeigt, war selbst
bezahlt und in Ordnung – für sich genommen.
Unanständig wirkt die Sache, weil Amthor und seine Partei andere aus der
„sozialen Hängematte“ schubsen wollen, während sie sich den Strandkorb
zurechtrücken. Weil sie ihre steuerfinanzierten (!) Ressourcen nicht
nutzen, um den Vielen den Aufstieg zu erleichtern, sondern um sich und die
Ihren zu bereichern, Stichworte: Lobby und Affäre. „Glaubwürdigkeit kommt
zu Fuß, aber reitet mit dem Pferde davon“, sagt Amthor selbst in der Doku.
Nach der Sachsen-Anhalt-Wahl sagte er: „Demokratie, das bedeutet Herrschaft
der Mehrheit.“ Das ist falsch und gefährlich. Demokratie bedeutet heute:
Herrschaft aller – und in Deutschland auch Minderheitenschutz. Aus Gründen.
Mit Letzterem hatte es die CDU noch nie groß, von der Teilhabe aller würde
sie nicht profitieren. Amthor hat sein Möbel zurückgeschickt, es stand für
die Herrschaft der Wenigen, das Wort dafür: Oligarchie.
2 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.zdf.de/play/dokus/inside-cdu-102/inside-cdu-2-folge-4-rumms-104
## AUTOREN
(DIR) Stefan Hunglinger
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