# taz.de -- Sturzflut am Grand Canyon: Ein Toter, mindestens 15 Vermisste
       
       > Regenfälle beschädigen eine wichtige Wasserleitung im
       > Grand-Canyon-Nationalpark im US-Bundesstaat Arizona. Mehr als 60 Menschen
       > werden evakuiert.
       
 (IMG) Bild: Der Bright Angel Creek in der Nähe der Phantom Ranger Station im Grand Canyon nach einer Sturzflut
       
       dpa/ap | Bei einer Sturzflut im [1][Grand-Canyon-Nationalpark] ist ein
       Mensch ums Leben gekommen, mindestens 15 Menschen gelten als vermisst. Die
       zuständige US-Behörde bittet um Mithilfe bei der Suche nach Wanderern und
       Besuchern, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks in dem betroffenen Teil des
       Nationalparks im US-Bundesstaat Arizona aufgehalten haben.
       
       Von der Sturzflut erfasst wurde demnach ein bei Touristen beliebtes Gebiet:
       die Phantom Ranch und der Bright Angel Canyon. Beide liegen tief im Inneren
       des Grand Canyon unweit des [2][Colorado River.] Die Flut beschädigte laut
       US-Medien Campingplätze und Wanderwege im Nationalpark.
       
       Fast alle Fußgängerbrücken über den Bach Bright Angel seien zerstört
       worden, teilte der National Park Service (NPS) weiter mit. Auf Bildern und
       einem Video war zu sehen, dass das Gebiet rund um die Phantom Ranch
       verwüstet und mit Schlamm bedeckt wurde.
       
       ## Berichte von vor Ort
       
       Parth Desai war mit einer Gruppe von Ärzten und einem Parkranger im Bright
       Angel Canyon unterwegs, als am Samstag (Ortszeit) heftiger Niederschlag
       einsetzte. „Wir sahen, wie der Bach über die Ufer trat, plötzlich
       Wasserfälle entstanden, Felsbrocken und Schlamm herabkamen und überall
       Erdrutsche niedergingen“, sagte er. Später habe sich eine etwa einen Meter
       hohe Geröllwand auf die Gruppe zubewegt. Die Wanderer flüchteten und wurden
       am Abend per Hubschrauber gerettet.
       
       Innerhalb von etwa 20 Minuten seien bis zu 25 Liter Regen pro Quadratmeter
       an einem steilen Abhang gefallen, berichtete der Meteorologe Darren
       McCollum vom Nationalen Wetterdienst in Flagstaff. Stunden zuvor habe es
       dort auch schon geregnet. „Als dann also der große Sturm kam, fiel
       sintflutartiger Regen auf alles, was bereits durchnässt war, und das löste
       all die Probleme aus, die wir jetzt sehen“, sagte McCollum.
       
       ## Warnung vor weiteren Sturzfluten
       
       Die Leiche eines 46-Jährigen sei am Sonntagabend am Colorado River unweit
       von Crystal Rapids geborgen worden, teilte der NPS auf X mit. Weitere
       Einzelheiten wurden zunächst nicht veröffentlicht. In einem früheren
       Beitrag in den sozialen Medien hatte der NPS zunächst mitgeteilt, dass mehr
       als 20 Menschen vermisst würden oder nicht auffindbar seien.
       
       Bis zum Sonntagmorgen seien 62 Menschen von der Phantom Ranch und dem
       unteren North Kaibab Trail gerettet worden, hieß es zudem. Weitere
       Evakuierungen seien geplant. Berichte über Verletzte lagen zunächst nicht
       vor. Die von der Sturzflut betroffenen Teile des Parks bleiben laut
       Mitteilung bis auf Weiteres geschlossen.
       
       Der Park teilte zudem mit, dass durch die Sturzflut Wasserleitungen
       beschädigt worden seien, und warnte vor Gewittern und Starkregen am Montag,
       die erneut zu Sturzfluten führen könnten.
       
       Jährlich besuchen Millionen Menschen den Grand-Canyon-Nationalpark, der
       weltweit für seine beeindruckende Schluchten-Landschaft bekannt ist. Die
       meisten Touristen besuchen den bekannteren Südrand.
       
       Wegen der beschädigten Wasserleitung gelten laut Mitteilung am Südrand des
       Parks von Montag an strenge Wassersparmaßnahmen: So seien etwa
       Hotelübernachtungen nicht mehr überall möglich, auch mehrere Campingplätze
       und Wanderwege blieben zunächst geschlossen.
       
       31 Aug 2026
       
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