# taz.de -- was für eine woche: „Bildung hängt in Deutschland weiterhin vom Elternhaus ab“
Anna Klöpper
Die Zahl der 15-Jährigen, für die ein Zeitungstext zu kompliziert ist und
der Preisvergleich im Supermarkt auch, die also kaum lesen und rechnen
können – sie liegt bei 20 Prozent. Das ist das Ergebnis der Pisa-Studie
2025, die am Dienstag vorgestellt wurde. Von einem „Schock“ war die Rede.
Angemessener als Schockstarre wäre da ein Gefühl unbedingten Tatendrangs.
Tatsächlich hatte noch die Ampelkoalition das „Startchancen-Programm“ für
Schulen in „schwieriger Lage“ verabschiedet, 20 Milliarden Euro in zehn
Jahren. Das Beste: Das Programm wirkt sogar, wie auch Bildungsministerin
Karin Prien (CDU) betonte. Bisher profitieren nur 10 Prozent der Schulen
von dem Extrageld etwa für Lese- und Matheförderung. Müsste man das dann
nicht ausbauen? Nein. Kein Geld, das brauchen wir für Tankrabatte und die
avisierte „Wehrtüchtigkeit“ (diesen Satz sagte Prien nicht).
Bildung hängt in Deutschland also weiterhin vom Elternhaus ab. Wie viel
Schulsozialarbeit man wohl mit einer Erhöhung der Erbschaftsteuer
finanzieren könnte? Man würde es Umverteilung nennen. Leider will die Union
davon nichts wissen. So wächst die nächste Generation heran, die sich
„abgehängt“ fühlt: niedriges Bildungsniveau, geringes Einkommen.
Kernwählerschaft der AfD.
12 Sep 2026
## AUTOREN
(DIR) Anna Klöpper
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