# taz.de -- „Zu Annäherungen beim Brics-Gipfel dürfte auch Trump ungewollt beitragen“
Sven Hansen
Als Gastgeber des Brics-Gipfels an diesem Wochenende ist Indiens Premier
Narendra Modi vorgewarnt. Denn schon die Außenminister des von manchen als
antiwestlich bezeichneten Forums von elf Schwellenländern aus dem Globalen
Osten und Süden konnten sich bei ihrem Treffen im Mai in Delhi nicht einmal
auf eine Abschlusserklärung einigen.
Kein Wunder, ist Brics doch ein heterogenes Gebilde, in dem neben Modi die
Diktatoren und Präsidenten etwa von Russland, China, Südafrika, Brasilien,
Iran, Ägypten, Äthiopien und den Vereinigten Arabischen Emiraten um
Einfluss buhlen. Ist Brics für Russland und China eher ein Instrument zur
Zerstörung des amerikanisch dominierten Welt(finanz)systems, sehen sich
Indien und Brasilien als reformorientiert und nicht antiwestlich. Zugleich
traut Indien China nicht, das sich wieder zum dominanten Reich der Mitte
machen will. Wenn jetzt Chinas Xi Jinping aus Anlass des Gipfels seit
sieben Jahren wieder Indien besucht, ist das nicht nur eine Chance, die
Entspannung zwischen Delhi und Peking voranzutreiben. Auch Trump dürfte
ungewollt dazu beigetragen haben, wenn er mit seinen Strafzöllen als
Abrissbirne einer regelbasierter Weltordnung agiert und so den gemeinsamen
Wunsch nach Umgehung westlicher Sanktionen fördert.
12 Sep 2026
## AUTOREN
(DIR) Sven Hansen
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