# taz.de -- was für eine woche: „Auch im selbstfahrenden Taxi trägt jemand die Verantwortung“
Raoul Spada
Wer in London in ein Uber steigt, sitzt seit dieser Woche vielleicht in
einem selbstfahrenden Taxi. 15 Fahrzeuge des Unternehmens Wayve verstärken
das Angebot der rund 100.000 Autos, mit denen Menschen sonst durch die
Stadt gekarrt werden.
Das Versprechen: günstige Fahrten, flüssiger Verkehr, weniger Unfälle. Eine
KI macht kaum Fehler, sie braucht auch keine Impulskontrolle am Pedal.
Unangenehme Situationen im Taxi sollten demnach – zusammen mit dem ganzen
Berufsstand – bald schlicht nicht mehr existieren.
Nur eine klitzekleine Merkwürdigkeit trübt die autonome Fahrerfahrung: Ein
Mensch mit Führerschein muss noch dasitzen, um, wenn nötig, ins Lenkrad zu
greifen. Einen konkreten Zeitplan für wirklich fahrerlose Taxis gibt es
nämlich noch nicht. Von der Person am Lenkrad können aber jetzt schon alle
was lernen, die sich eine Zukunft ausmalen, in der die Maschinen uns die
„Bullshit-Jobs“ abnehmen: Irgendjemand überprüft die KI, irgendjemand trägt
die Verantwortung. Jetzt beginnt der Teil, in dem erkämpft werden muss,
dass das am Ende ein Konzern ist. Und nicht die arme Wurst, die aufs
Lenkrad starrt.
5 Sep 2026
## AUTOREN
(DIR) Raoul Spada
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