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       1 Dolly war einzigartig
       
       Eine Ikone ist eine Ikone, weil sie unverwechselbar ist und zugleich
       millionenfach kopiert wird – manchmal sogar geklont. Das Schaf, das
       schottische Wissenschaftler 1996 als weltweit erstes Lebewesen aus
       Euterzellen herstellten, wurde nach der Countryqueen Dolly Parton benannt.
       „Weil uns kein beeindruckenderes Drüsenpaar einfiel als das von Dolly
       Parton“, so die charmante Erklärung des wissenschaftlichen Leiters.
       
       2 Dolly war unverwundbar
       
       Was sich heute in verstörendem Maße herabwürdigend und frauenfeindlich
       anhört, lachte Dolly Parton schon damals großzügig weg. Sie fühlte sich
       sogar „geehrt“, als sie von der Namensgleichheit hörte. Bemerkungen über
       ihren Körper, ihre vermeintliche Dummheit, ihre Herkunft nahm sie mit
       Selbstironie und Humor. In einem Interview von 1978 fragte die Journalistin
       Barbara Walters sie, ob es sie nicht störe, eine wandelnde Witzfigur zu
       sein. Nein, entgegnete Dolly, sie sei ihrer selbst sicher genug. Außerdem:
       „Showbusiness ist ein lukrativer Witz, und ich hab schon immer gern Witze
       erzählt.“
       
       3 Dolly ließ sich nichts gefallen
       
       Wenn es ums Geld ging, hörte der Spaß für sie aber auf: Als der King, Elvis
       Presley, ihren Song „I Will Always Love You“ von 1974 covern wollte und
       dafür die Hälfte der Rechte daran einforderte, sagte Dolly Nein. Viele
       Jahre später machte Whitney Houston den Titel zum Welthit – und Dolly
       verdiente mit. „Lasst Whitney den Ruhm, ich behalte das Geld“, sagte sie.
       Mit den 10 Millionen Dollar ließ sie ein Einkaufszentrum in einem Schwarzen
       Viertel in Nashville bauen und nannte das Gebäude „Haus, das Whitney
       Houston baute“. Laut Medienberichten brachte es viel Geld ins Quartier.
       
       4 Dolly war überparteilich
       
       Zwar gab Dolly Parton nie Wahlempfehlungen ab – schließlich wollte sie,
       dass sie „so viele Menschen wie möglich“ mochten. Trotzdem schlug sie
       zweimal eine Preisverleihung durch Donald Trump aus und setzte sich offen
       für die Rechte von Queers ein, etwa für die Ehe für alle. Und sie schrieb
       2005 den Song „Travelin’ Through“ für das Transgender-Roadmovie
       „Transamerica“.
       
       5 Dolly war weise
       
       Ähnlich viele Feinde dürfte sie sich mit ihrer Millionenspende für die
       Entwicklung eines Covid-Impstoffs gemacht haben. Immer wieder wurde sie aus
       rechten und christlich-fundamentalistischen Kreisen angegriffen – und
       antwortete mit gottesfürchtiger und philosophischer Weisheit: „Ich bin eine
       viel zu schlechte Christin, als dass ich über andere urteilen könnte.“
       Dolly, we will always love you! (sny)
       
       29 Aug 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sunny Riedel
       
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