# taz.de -- tazđŸlage: Orte, die wir uns einplĂ€uen sollten
Plau, Luftkurort am gleichnamigen See, Teil der idyllischen
Mecklenburgischen Seenplatte, war natĂŒrlich nicht gemeint, als die taz auf
ihrer gestrigen Titelseite einer bunten Gesellschaft ebenjenem plau den
Vorzug gab.
âbunt statt plauâ, mit dieser Ăberschrift sollte die hohe
Teilnehmerinnenzahl an bundesweiten StraĂenfesten, Paraden und Demos fĂŒr
queere Rechte gefeiert werden, die uns wichtiger erschien, als die
Zehntausend Menschen, die sich bei einer von Rechtsradikalen finanzierten
Veranstaltung im sĂ€chsischen Plauen eine neue Regierung wĂŒnschten. Aber
plau ist nicht Plauen, wie eine Leserin aus Plau schrieb. Die Stadt Plau
habe ânichts mit den rechten AufmĂ€rschen zu tunâ, sie fĂ€nde die stĂ€ndige
Verwechslung âschadeâ.
In der Tat könnte man meinen, wir hÀtten hier zu Gunsten eines plumpen
Wortspiels eine unbeteiligte Stadt zu Unrecht diffamiert. Wir wollen uns
zunÀchst mit dem Hinweis herausreden, dass plau in SÀchsischer Mundart die
Farbe einer Partei ist, die wir meinten. Aber, ohne neue Verwirrung stiften
zu wollen: Der NDR schreibt: âBei der Bundestagswahl 2025 in Plau am See
(Landkreis Ludwigslust-Parchim) gingen die meisten Zweitstimmen an die AfD
(36,7 Prozent). Sie liegt damit deutlich vor CDU (19,6), SPD (12,4), BSW
(11,3) und der Linken (9,8 Prozent).
Ganz unschuldig scheint Plau also auch nicht zu sein. Umso schöner zu
wissen, dass wir dort mindestens eine gut informierte Leserin haben! (taz)
11 Aug 2026
## AUTOREN
(DIR) Sunny Riedel
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