# taz.de -- Nicht so herzlich willkommen
> Sechs Jahre nach dem Bruch mit dem Königshaus kündigen Harry und Meghan
> ihre Rückkehr an. Großbritannien scheint wenig begeistert
(IMG) Bild: Mehrmals hat Prinz Harry gegen das Vorgehen britischer Medien geklagt – teils mit Erfolg
Aus London Daniel Zylbersztajn-Lewandowski
HARRY & MEG COMING HOME! So betitelte das britische Boulevardblatt The Sun
die Nachricht, dass der Königssohn Prinz Harry und seine Frau Herzogin
Meghan gedenken, zum Ende des Monats zurück auf die britische Insel zu
ziehen. König Charles III. soll darüber am Sonntag unterrichtet worden
sein.
Der Herzog und die Herzogin von Sussex, wie Meghan und Harry mit
offiziellem Titel heißen, waren vor sechs Jahren in die Vereinigten Staaten
gezogen. Zudem hatten sie sich ihrer Aufgaben als Mitglieder der
offiziellen britischen Royals selbst entbunden und lebten fortan als
vermeintlich ganz normale Menschen im Promiviertel Montecito in
Kalifornien.
Der Rück- und Umzug der beiden war auch eine Folge der
grenzüberschreitenden Berichterstattung und falschen Aussagen der
britischen Presse über Meghan, was die beiden ihrer Herkunft als nicht
adelige Schwarze Amerikanerin zuschrieben.
Prinz Harry war vor allem aufgrund der Geschichte seiner Mutter Prinzessin
Diana beunruhigt. „Lady Di“ erlag 1997 in Paris einem schweren Autounfall,
nachdem sie von Paparazzi verfolgt worden war. In den letzten Jahren hatte
Harry zahlreiche Medien [1][aufgrund unlauterer Methoden und falscher
Berichterstattung verklagt]. 2023 gewann er ein rechtliches Verfahren gegen
die britische Mirrorgruppe wegen Telefonhacking sowie gegen die Agentur
Splash News. Ein weiteres Verfahren gegen Associated News Limited, das er
gemeinsam mit sechs anderen Promis führte, darunter Elton John, hat er
allerdings dieses Jahr verloren.
Zudem sollen Mitglieder der königlichen Familie laut Aussagen von Harry und
Meghan unangemessene [2][Kommentare zur möglichen Hautfarbe ihres damals
noch ungeborenen ersten Kindes] gemacht hätten. Laut Harrys Biografie
„Spare“ habe es auch heftigen Zoff zwischen ihm und seinem Bruder William
gegeben. Die Beziehung mit seinem Vater Charles soll ebenfalls lädiert
gewesen sein. Meghan hatte zudem angegeben, dass ihre psychische Gesundheit
gefährdet gewesen sei, der Buckingham Palace aber versucht hätte, dies zu
vertuschen. Zusätzlich wollten die beiden neben ihren offiziellen Aufgaben
auch privat arbeiten und Geld verdienen – was das Königshaus ihnen damals
nicht gestattete. Erst nachdem sie als offizielle Royals zurückgetreten
waren, konnten sie lukrative Projekte realisieren, [3][darunter eine
Netflix-Doku].
Harry ist weiter Schirmherr der Invictus Games, einem von ihm gegründeten
Sportfest für Veteranen. Meghan betreibt eine Lifestylemarke namens „As
Ever“. Laut Berichten vom Freitag ist auch eine Wiederaufnahme ihrer
Schauspielkarriere möglich. Beide haben sich auch mit ihrer Organisation
Archewell Philanthropies für die Rechte von Mädchen und Frauen und für
andere humanitäre Zwecke eingesetzt. Auf Jubelstürme in der britischen
Bevölkerung können die beiden wohl dennoch nicht hoffen. Eine Umfrage im
Juni ergab, dass einer Mehrheit der Briten Meghan und Harry unsympathisch
seien. Nur 21 Prozent wollten, dass sie zurückkehren.
Dass die beiden nach ihrer Rückkehr nach Großbritannien wieder offiziell
Aufgaben als Royals übernehmen, steht derzeit nicht zu Debatte. Allerdings
wurde die jahrelange Funkstille zwischen Harry und seinem Vater beendet. Im
Juli hatte die Sussex-Familie König Charles und Königin Camilla privat
besucht. Charles soll sich laut Buckingham Palace über den Kontakt gefreut
haben.
Ob die britischen Medien dazugelernt haben und respektvoller berichten
werden, bleibt jedoch zu bezweifeln. Wenig deutet auf Einsicht in einer
Zeit, in der der Suizid des ehemaligen britischen Cambridge Professors
Jason Arday ausdrücklich in Verbindung mit einer [4][erbarmungslosen
Verfolgung durch die Medien und Ardays Stellung als Schwarzer Akademiker]
gebracht wird.
Auch um ihre Sicherheit sorgten sich Harry und seine Frau schon lange. Bis
zu 3 Millionen Dollar zahlten sie jährlich für ihren Schutz in den USA.
Dass sie in Großbritannien künftig auf Staatskosten beschützt werden, ist
unwahrscheinlich. Premierminister Andy Burnham gab an, Sicherheitsfragen
seien Privatsache. Ansonsten wünschte er den Rückkehrern alles Gute.
22 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] /!5935516&SuchRahmen=Print
(DIR) [2] /!5755121&SuchRahmen=Print
(DIR) [3] /!6070355&SuchRahmen=Print
(DIR) [4] /!6205057&SuchRahmen=Print
## AUTOREN
(DIR) Daniel Zylbersztajn-Lewandowski
## ARTIKEL ZUM THEMA