# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn es glücklicherweise mit der Rettung klappt
Ein Vulkansee. Zwei Jungs machen Arschbomben. Als die pubertären Körper das
Wasser durchbrechen, spritzt es meterweit. Die Alten ziehen Bahnen, die
Jüngsten planschen am Ufer, die dazwischen springen vom Fünfer, sitzen auf
einer Schwimminsel im See, sonnen sich. Gekreische, Gelache, Geplansche.
Die ersten Schwimmversuche eines Kindes: Es strampelt, prustet, grinst.
„Oma, guck mal!“
Die Oma steht daneben und filmt. Plötzlich wird sie abgelenkt: „Ein
Hubschrauber!“ Und der fliegt immer tiefer. Am Ufer: Sirenen,
Rettungswagen, Polizei. Plötzlich ist es ganz still. Nur die Propeller des
Hubschraubers, der immer engere Kreise über den See zieht. Dann eine
Lautsprecherdurchsage. „Bitte verlasst sofort das Wasser.“
Unglaublich, wie schnell sich so ein See leeren kann. Eine weitere
Durchsage: „Marie, wenn du das hier hörst, komm zum Eingang. Hier ist der
Christian.“ Die Stimme klingt verzweifelt. Am Ufer stehen bestimmt 400
Menschen, die stumm beobachten, wie der Hubschrauber über den verlassenen
See fliegt. Dann, endlich, knacken die Lautsprecher ein drittes Mal: „Es
ist alles gut ausgegangen. Sie dürfen wieder ins Wasser.“ Es dauert ein
paar Sekunden, dann fangen 400 Menschen an zu applaudieren. Amanda Böhm
22 Aug 2026
## AUTOREN
(DIR) Amanda Böhm
## ARTIKEL ZUM THEMA